Rock Legends #6: The Allman Brothers Band

Es gibt bestimmt einfacheres als 13 ultimative Tracks der Allman Brothers Band für eine Art „Best Of“-Platte auszuwählen. Die Macher der achtteiligen „Rock Legends“-Reihe rissen diese Hürde nicht und wählten für den sechsten Teil dieser Werkschauen einflussreicher Rock-Bands (unter anderem sind noch Lynyrd Skynyrd und Creedence Clearwater Revival mit im Programm) einen gut ausgewogenen Querschnitt des Allman Brothers-Katalogs.
Neben bekannten Songs („Midnight Rider“, „Ramblin’ Man“, „Jessica“, „Whipping Post“ oder „Melissa“) von Allman Brothers Studioalben enthält die Compilation auch zwei Stücke bei denen man die Band in ihrer natürlichen Umgebung erlebt. Nämlich live. Mit dem T. Bone Walker-Cover „Stormy Monday“ und „Statesboro Blues“ bekommt der Hörer Eindrücke vom schier unendlichen Livepotential der Band. Das unglaubliche Instrumental „In Memory Of Elizabeth Reed“ ist leider nicht, wie im Booklet angegeben, in der „At Fillmore East“-Livefassung (sondern der vom Studioalbum „Idlewild South“) enthalten. Es wäre sicher eine Überlegung wert gewesen mehr Livematerial auf die CD zu nehmen. Zum Beispiel hätte „Blue Sky“ auch in der „An Evening With The Allman Brothers Band“-Version und nicht der „Eat A Peach“-Variante eine sehr gute Figur gemacht. Den Kauf von Liveplatten der Allman Brothers Band kann man allerdings ja nachholen.
Für Fans ist „Rock Legends #6: The Allman Brothers Band“ kein Muss – denn Allman Brothers-Anhänger werden das hier enthaltene Material sicher eh schon seit langem ihr Eigen nennen können. Für Einsteiger und Gelegenheitshörer ist der sechste „Rock Legends“-Teil jedoch ein perfekter Ausgangspunkt um zu testen, ob der bluesige Südstaatenrock a la Allman Brothers Band etwas für einen ist oder nicht. Viele werden diesen Test bestimmt positiv beantworten und ich wünsche dann schon mal viel Spaß mit Meilensteinen wie „Eat A Peach“, „Idlewild South“ und ganz besonders dem Livealbum schlechthin: „At Fillmore East“.