The Worrying Kind (Maxi CD)

Beim Lesen des CD Titels werden nun sicherlich einige denken „Sind das nichtÂ…?“ JA es sind die verrückten Schweden von The Ark, die kürzlich erst beim Eurovision Song Contest in Helsinki mitgemacht haben. Den Song Contest haben sie nicht gewonnen. Aber wer will das schon ernsthaft? Sämtliche Leute die ich kenne verdrehen bei dem Stichwort allein schon die Augen. Gute Musik ist bei dieser Veranstaltung sowieso – wie sagt man so schön – Perlen vor die Säue. Denn beim Eurovision Song Contest denkt man an Witzfiguren, die einen extremen Hang zur Selbstüberschätzung besitzen und nach einem Hit (wenn überhaupt) wieder zu den Lokalhelden degradieren, die sie zuvor waren. Und Lokalhelden sind The Ark schon lange nicht mehr. Die talentierten Schweden spielen bereits seit einigen Jahren in der oberen Liga Skandinaviens. Man könnte eher sagen, sie haben sich selbst unterschätzt, indem sie mit selbsternannten Künstlern, die wie lebende Versionen von „Fang den Hut“ aussehen, letztens auf der Bühne standen. Das haben The Ark nicht nötig.
Nun aber zum Wesentlichen: der Single „The Worrying Kind“. DER Single schlechthin. Dem Eurovision Song Contest Hit - trotz allem. „The Worrying Kind“ erinnert anfänglich gaaaanz stark an eine der bekanntesten schwedischen Bands mit vier Großbuchstaben. Oooohja es ist ne Weile her, als die zwei Damen und zwei Herren, deren Bandname aus einer Kombination der ersten beiden Buchstaben des Alphabets bestand, der Überrenner schlechthin waren. Vielleicht zollen The Ark ABBA (oh nein ich habe es tatsächlich AUSgeschrieben) ihren Respekt mit ihrem Intro, wie sie es evtl. schon bei dem ein oder anderen Song ihres letzten Albums „State of the Ark“ getan haben. Jedoch kommen The Ark ohne jegliche weiblichen Bandmitglieder aus. Na gut Ola Salo ist ein sehr androgyn, wenn nicht gar tuntig wirkender Frontmann. Und ja, seine Art zu entertainen macht auch stutzig, aber sie sind eine Männerband, sie wissen wie man poppt – äh, POPPIG ist – und vor allem wissen sie was einen Hit ausmacht und wie man ihn dem Publikum nahe bringt! Eine ordentliche Menge Glamour, eine mitreißende Melodie und bis ins Detail gehende Feinheiten wie Backgrounds und Blasinstrumente machen den Song richtig pompös und einfach perfektÂ… meiner Meinung nach jedenfalls.
Auch „Any Operator Will Do“ spricht von dem musikalischen Spektrum und Können der Schweden. In einem ganz anderen Gewand erscheint dieser, mit einem rollenden Bass und weniger pompös doch genauso beeindruckend. Dieser Song ist übrigens nicht auf dem aktuellen Album „Prayer For The Weekend“ zu hören.
Vielleicht besinnen sich nach dem Eurovision Song Contest nun doch noch ein paar Leute zum guten Geschmack und voten privat für The Ark!