The Beautiful Girls

Ziggurats

Veröffentlicht: 26.10.2007 / Crownn Recording Group

Von: Sascha Knapek

The Beautiful Girls

Die Beautiful Girls sind schon irgendwie komisch. Mit ihrem vierten Studioalbum „Ziggurats“ unternimmt die australische Band 2007 den vierten Versuch einen eigenen Sound zu kreieren. Jedes Album der Herren um den songwritenden Frontmann Mat McHugh scheint bei null anzufangen und hat mit den Vorgängeralben bis auf den Bandnamen nicht viel gemeinsam. Das Debüt „Morning Sun“ gab sich 2002 stark bluesbeeinflusst. Album Nummer zwei „Learn Yourself“ konnte 2003 ohne Bedenken als kleiner Bruder der ersten beiden Jack Johnson-Platten durchgehen. 2005 wurde es mit „We’re Already Gone“ rockig und düster – als wolle man dem locker-leichten Surfsound mit Nachdruck „Adios“ sagen. Und bei „Ziggurats“, der vierten Girls-LP, kommt eine gewaltige Portion 80er Jahre Pop mit ins Spiel und schickt den Hörer wieder einmal auf eine neue Reise ins schier unendlich erscheinende Land des hübsche Mädchen-Sounds.

Zehn Songs tummeln sich auf dem neuen Album und schaffen es mehr oder weniger gut einem die neue Richtung schmackhaft zu machen. Spaßmachende Partysongs wie das nach vorne gehende „In Love“ oder der wunderschöne akustische Rausschmeißer „Dela“ geben sich mit eher langweiligen Chillnummern („Generals“) und oftmals überraschend nervigen Refrains die Klinke in die Hand. Ob beim ersten, simpel strukturierten Stück „Royalty“ oder dem Vorletzten „She’s Evil“: es scheint nicht genug Text vorhanden zu sein, anders kann ich mir die penetranten Phrasendauerwiederholungen bei diesen Nummern leider nicht erklären.

Besonders die Gitarren erinnern auf „Ziggurats“ an alte Bekannte, die man auf den ersten Blick nicht mit den Beautiful Girls assoziiert hätte. Ob im Mammuttitel „Sir, Your Fashion Has The Cold Heart Of A Killer“ oder dem Albumhighlight „Under A Southern Sky“ – hinter vielen Ecken verstecken sich, wie ich finde, kleine Anspielungen auf 80er Jahre Bands wie z.B. die Australier von Men At Work oder die gerade reunierten The Police. Bluesige und akustische Momente spielen auf „Ziggurats“, wie schon auf dem Vorgänger „We’re Already Gone“, eine untergeordnete Rolle. Den Australienblues scheint man komplett über Bord geworfen zu haben. Teilweise akustisch wird’s wenigstens noch im durchaus gelungenen Finley Quaye Look-Alike „Spanish Town“ und dem bereits erwähnten Johnny Clegg-Cover „Dela“. Mit „Bring Me Your Cup“ ist noch ein weiteres Cover (UB40) auf „Ziggurats“. Das „Dela“-Niveau erreicht es allerdings nicht.

Das Wort „Ziggurat“ spielt auf Tempel der mesopotamischen Hochkultur an. Wer will kann dort einen gewissen Anspruch hineininterpretieren. „Ziggurats“ wird diesem hohen Anspruch nur stellenweise gerecht, da waren die Girls mit anderen Alben schon näher dran. Im November stellen sie ihre neue Platte übrigens auch auf fünf deutschen Bühnen vor.

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