The Sounds

Crossing The Rubicon

Veröffentlicht: 05.03.2010 / Snowhite / Universal Music

Von: Andreas Weist

The Sounds

Ihr erstes Album hatten die Schweden 2002 recht selbstbewusst "Living In America" getauft und damit einerseits ihren Indie-Status und andererseits die musikalische Nähe zu Bands wie den Foo Fighters betont. Der Sound schwankte von Beginn an zwischen New Wave und Synthpop. In der Szene unterwegs war man bereits seit 1998 – zunächst als Quartett, mit dem Einstieg von Synthesizer-Spezi Jesper Anderberg 1999 dann zu fünft. Die Frequenz der Outputs hält sich im kleinen Rahmen. "Crossing The Rubicon" ist erst das dritte Album, das bereits 2009 erschien und jetzt zum Sprung in unsere Breitengrade ansetzt. Wie beim Zweitwerk "Dying To Say This To You" ist die Ausrichtung leicht rockiger als im Debüt und lehnt sich ein wenig bei den 80er-Ikonen Depeche Mode und Duran Duran an. 2006 wurde die Single "Tony The Beat" gar vom Rolling Stone in die Top 50 der besten Songs des Jahres gewählt. Und Sängerin Maja Ivarsson konnte Lorbeeren ernten, als sie im Soundtrack zum Kultfilm "Snakes On A Plane" den Titelsong gemeinsam mit Starship Cobra einsang.

Nun also "Crossing The Rubicon" – ein geflügelter Ausdruck aus Caesars Zeiten, als dieser mit seiner Armee den italienischen Fluss Richtung Rom überquerte und damit dem Senat den Krieg erklärte. Mit wem wollen sich The Sounds anlegen? Mit dem Mainstream? Dann hätten sie das Album allerdings etwas sperriger anlegen müssen. Die Produktion hat aus dem Werk doch (ähnlich wie beim Vorgänger) ein recht glattes Album gemacht, das nicht unbedingt aneckt. Eine politische, gesellschaftskritische Attitüde findet man auch nur am Rande. Und die Grenze hin zum Rock haben The Sounds schon 2006 endgültig überschritten.

Was bleibt, ist also ein solides, leidlich leidenschaftliches Album mit New Wave- und Rock-Elementen, das ganz von Majas fantastischer Stimme lebt und daher gerade in ruhigen Passagen viele schöne Momente zu bieten hat. Indie-Feeling kommt vor allem auf, wenn Synthesizer und Keyboards das Zepter übernehmen. Das Instrumental "Goodnight Freddy" beispielsweise führt in entspannte, fast klassisch anmutende Sphären. Ganz groß kommen jedenfalls der Opener "No One Sleeps While I’m Awake", "Home Is Where Your Heart Is" und das mit HipHop-Elementen versehene "Beatbox" rüber, das die Story der erwähnten Single "Tony The Beat" fortführt.

Als Bonustrack für den aktuellen Release finden sich reduzierte Versionen von "No One Sleeps When I’m Awake" und "Midnight Sun" als sogenannte "Arnioki Sessions", die sich auf akustische Gitarrenklänge bzw. eine sanfte Pianolinie beschränken. Wichtige Einblicke in die Entstehung des Albums.

The Sounds klingen weiterhin frisch und unverbraucht. Kein Wunder also, dass Größen wie Quentin Tarantino, Dave Grohl oder Gwen Stefani zu den bekennenden Fans gehören. Live soll es noch eine gute Spur härter zugehen. Warten wir ab, bis es das Quintett mal wieder in unsre Breitengrade verschlägt.

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