This Is The Arrival

This Is The Arrival

Veröffentlicht: 20.08.2010 / Dienje Music / Rough Trade

Von: Andreas Weist

This Is The Arrival

Die junge Band stammt aus München und ist mit ihrem selbst betitelten Debütalbum recht euphorisch am Start. Seit 2008 machen Mario Clement (Lead vocals und Gitarre), Timo Kuroschinski (Gitarre und Backing vocals), Martin Brugger (Bass und Backing vocals) und Piet Gerhardinger (Drums) zusammen Musik. Angefangen hat alles auf dem berühmt-berüchtigten Tollwood-Festival, wo man nach einem Auftritt auch prompt auf den Produzenten Ron Flieger traf, der die Band umgehend ins Studio einlud. Ein guter Start, der über Aufnahmesessions und gemeinsames Songwriting schnell zu einem Ergebnis führte, ohne dass dies ein Schnellschuss wurde, wie es heute all zu oft der Fall ist. "Metropolis" hieß die erste EP, die 2009 erschien.

Die zehn Songs des kompletten Silberlings sind in jeder Hinsicht ausgereift und strotzen vor hymnischem Songwriting mit Indie-Pop-Attitüde. Ein Song wie "Wish We Were Lovers" mit seiner pathetischen Grundstimmung und dem sich stetig steigernden Songaufbau ist ein gutes Beispiel dafür. So werden Melodien in die Köpfe der Zuhörer gebracht und diese zum Nachdenken angeregt. Fernweh, Sehnsüchte und die Erfüllung von Träumen sind nur einige der vielen Themen, die angesprochen werden. "Mexico" – die erste Singleauskopplung – soll als unbestimmtes Ziel gelten. Als "Auswegland". Dabei hat Sänger Mario Clement brasilianische Wurzeln.

Klanglich bewegt sich die Musik häufig in den 80ern – man versucht sich an eingängigen Keyboardmelodien und teils mehrstimmigem Gesang. Oft wird es hymnisch, selten rockig. Echte Balladen haben Seltenheitswert. Und wenn vorhanden, dann sind sie wie "Stella" stark überzogen. Schade. Die peppigen Ohrwürmer mit ellenlangen Titeln wie "New York’s Got A Piece Of My Chest" und "Your Heart Is On Fire Cause You Fire It Up" überzeugen hingegen.

Der Weg der Münchner Band dürfte positiv vorgezeichnet sein. Immerhin haben sie es kürzlich (quasi aus dem Stand) auf Platz 1 der Campus-Charts geschafft. Die Schublade "College Rock" wird dem Quartett aber nicht genügen. Da warten schon breitere Bretter, wie das Münchner Zenith, das die Jungs mit 6000 Zuschauern unlängst locker füllten.

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