Shock Value II

Wenn Produzentenmogul Timbaland zum besinnlichen Tanzflächenfüllen einlädt, lässt sich die auf Erfolg getrimmte Chartelite natürlich nicht lange bitten. Die Gästeliste von Timbalands neuem Album "Shock Value II" (bzw. "Timbaland Presents: Shock Value II", wenn man das Cover beim Wort nimmt) liest sich dementsprechend auch erneut wie ein Who-Is-Who der zurzeit absatzstärksten Acts. Mit dabei sind u.a. Justin Timberlake, Chad Kroeger von Nickelback, Miley Cyrus, Nelly Furtado, Katy Perry, The Fray, Daughtry und OneRepublic, einzig den Namen Lady Gaga sucht man vergeblich.
Ob Timbaland nun der viel bemühte Berg oder der ebenso oft zitierte Prophet ist, sei dahingestellt. Sicher ist nur, wenn er ruft, kommen die Stars in Scharen. Sonderlich innovativ oder bahnbrechend geht es auf "Shock Value II" wiedermal nicht zu, dafür steht die Hitproduktion zu sehr im Vordergrund. Timbaland schüttelt seine Trademark-Beats aus dem Ärmel, bewegt sich thematisch in der Grauzone von Pop und Hip-Hop und lässt die eigentliche Hauptrolle anderen zu teil werden. Wer neue Akzente sucht, hört hier weg. Wer allerdings den Status quo noch auf Jahre hinaus zum Nonplusultra erklären wird, findet in Timbaland den perfekten Komplizen.
Die Idee des All-Star-Treffens unter der Oberaufsicht des derzeit vielleicht erfolgreichsten Produzenten im Pop-Business hat sicherlich seinen Reiz. Dass Chad Kroeger nicht nur Schmalz-Rock, Miley Cyrus nicht nur Kiddie-Pop und Katy Perry nicht nur provozieren kann, zeigt Timbaland, ohne dabei großartig ins Schwitzen zu geraten. Weit über zehn Jahre ist es her, als der 38-jährige US-Amerikaner z.B. mit der Produktion von Missy Elliotts "Supa Dupa Fly" neue Maßstäbe setzte. Mittlerweile wiederholt er sich nur noch. Aber viele Menschen mögen Reruns ja lieber als die alten Gewohnheiten neu auszurichten. Auf die baut Timbaland.