Tourist History

Nach Delphic sind Two Door Cinema Club bereits der zweite Angriff auf den Dancefloor vom französischen Hipster-Label Kitsuné. Das Trio aus dem nordirischen Bangor, das sich gegen die Universität und für die Musik entschieden hat, debütiert mit einer guten halben Stunde energetischem Pop mit stampfenden Beats.
Eine tonangebende Gitarre, treibende Beats, eingängige Melodien und viel Energie haben die drei Jungs im Gepäck. Das drummerlose Trio hat aus der Not, keinen Drummer zu finden eine Tugend gemacht und bedient sich elektronischen Beats Marke Laptop. Was mit einem unheilvollen Grummeln beginnt, entwickelt sich schnell zum tanzbaren Indie-Stampfer mit überdrehten Rhythmuswechseln, der sich gegen Ende sogar zu einer Trompete-getriebenen Mini-Kakofonie steigert.
Solche Ausbrüche sind allerdings die Ausnahme auf "Tourist History". Hier und da versteigt man sich in einem Breitwandsoundfinale, ansonsten ist der Sound gradlinig mit dem Ziel: Bewegung in den unteren Extremitäten.
"Do You Want It All", klingt wie eine Zusammenarbeit zwischen Phoenix und den Shout Out Louds, wäre da nicht die helle Stimme von Sänger Alex Trimble. Doch der Song, der dazu führte nach Verklingen der letzten Note, die Repeattaste zu betätigen, war "What You Know". In diesem Song kommt alles zusammen: simple Refrains, ordentlich pulsierende Beats, clever gesetzte Breaks und eine tolle Gitarre. Beim Nachfolger reicht es dann bestimmt auch für einen echten Drummer.