Uncle Kracker

Happy Hour

Veröffentlicht: 17.09.2010 / Warner Music

Von: Astrid Weist

Uncle Kracker

Vor neun Jahren überraschte der bis dahin hauptsächlich als DJ und Songwriter tätige Künstler Uncle Kracker alias Matthew Shafer mit seiner Debütsingle "Follow Me" – ein wunderbar lässiger Ohrwurm, den 2001 wirklich jeder mitsingen konnte. Obwohl er danach mehrere Alben veröffentlichte, konnte er an diesen Erfolg bisher nicht anknüpfen, war allerdings als Co-Songwriter von Kid Rock für Hits wie "All Summer Long" mitverantwortlich. Nach längerer Pause erscheint jetzt sein viertes Studioalbum "Happy Hour" – und zumindest die Single "Smile" hat auch wieder das Zeug zum Sommerhit.

Der Albumtitel ist gut gewählt, denn der entspannte Mix aus Country, Pop und Rock versetzt einen wirklich in Feierabendlaune und lässt sich hervorragend mit einem Drink in der Hand gemütlich auf der Terrasse genießen. Der Gute-Laune-Song "Smile", das optimistische "Hey Hey Hey" und das selbstbewusste "Good To Be Me" passen dann auch inhaltlich zu dieser Stimmung.

Ansonsten beschäftigt sich Uncle Kracker in seinen Texten durchaus auch mit ernsteren Themen, oft aber mit einer gewissen Portion Selbstironie. So fragt er sich in "Another Love Song", ob die Welt wirklich noch ein weiteres Liebeslied mit all den alten Klischees braucht, benutzt sie aber gleichzeitig selbst. Und "My Girlfriend" verarbeitet wunderbar den Schock eines Machos darüber, dass seine Freundin plötzlich eine andere Frau liebt. Mit einer Exfreundin, die  sich nach Kalifornien abgesetzt hat, rechnet der Sänger in "I Hate California" ab, und das mitreißende "Hot Mess" ist ein ziemlich hintergründiger Partysong.

Locker geht der Songwriter auch mit musikalischen Stilrichtungen um. So bedient er sich in "Livin´ The Dream" ganz frech beim Whitesnake-Hit "Here I Go Again" und verwandelt den bekannten Refrain mit neuer Melodie in einen lässigen Countrysong.

Dass Uncle Kracker auch mal richtig gefühlvoll sein kann, beweist er schließlich mit dem wunderschönen Duett "Me Again" gemeinsam mit Sängerin Jesse Lee und mit der Ballade "I´m Not Leaving". Und "Corner Bar" mag zwar einfach gestrickt und im Refrain auch etwas plakativ sein, setzt sich aber durchaus ernsthaft mit sozialen Problemen auseinander. Zum Abschluss des Albums gibt es noch eine ruhige Coverversion von Bob Segers "Mainstreet"

Auch wenn manche Songs musikalisch vielleicht etwas seicht dahinplätschern - als entspanntes Sommeralbum hat mich "Happy Hour" voll überzeugt und ich kann nur sagen: Uncle Kracker, you make me smile!

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