Divide & Conquer

Den Namen Vandaveer las Bandmittelpunkt Mark Charles Heidinger auf der Rückseite einer goldenen Uhr, die in seiner Familie von Generation zu Generation weitergereicht wurde. Immer von Vater zu Sohn. Mark bekam sie von seinem Vater, einem Prediger. Dieser wiederum von seinem alten Herren (ein Spieler) und der von seinem Erzeuger (ein Kongressabgeordneter). Die mutmaßlich „anständigen" Berufe scheinen sich in jeder zweiten Generation der Familie Heidinger also immer eine kleine Auszeit zu gönnen. Zum Glück, denn sonst wäre Mark Charles Heidinger jetzt vielleicht Bänker oder Arzt und kein hervorragender Songwriter, der ein Schätzchen wie "Divide & Conquer" veröffentlicht.
Nach "Grace & Speed" (2007) ist "Divide & Conquer" das zweite Album von Vandaveer. Neben Mark Charles sind es übrigens Robby Cosenza (Drums/Percussion), Rose Guerin (Gesang), Justin Craig (u.a. Gitarre, Klavier), und der Co-Produzent Duane Lundy (E-Gitarre, Percussion), die Heidinger auf seinem zweiten Album dabei helfen seine Songs zu einer weiteren Vandaveer-Platte zu verarbeiten.
Herausgekommen sind bei der Zusammenarbeit dieser verschworenen Truppe zehn Songs, deren vollkommene Schönheit keine dicke Produktion und keine großspurigen Akzente braucht. Der Charme, dass das Ganze hier auch im Heidingers Wohnzimmer entstanden sein könnte, tut "Divide & Conquer" ebenso gut wie das nicht nachlassende Songwriting-Niveau und die gestreichelten Töne, die Nummern wie "Beverly Cleary’s 115th Dream" oder den Opener "Fistful of Swoon" zu derartig kapitalen Folk-Krachern werden lassen.
Wenn es Alt.Country gibt, warum dann nicht auch Alt.Folk. Wie das klingen kann, zeigen Vandaveer. "Divide & Conquer" strickt mit einem dünnen und weichen Faden ein feinmaschiges und unglaublich anschmiegsames Geflecht. Die Beschränkung aufs Wesentliche. Dazu kommen vergangenheitsverliebte Melodien, nicht unnötig komplizierende Songstrukturen und die sinnlichsten Harmonien, die ein Duett zweier Ausnahmekönner (Heidinger und die oft zu hörende Rose Guerin) hervorbringen kann. All das ist Vandaveer und all das sind Gründe warum man unbedingt mal in ihren Alt.Folk-Entwurf reinhören sollte.