A Day In Beijing

Die chinesische Hauptstadt Peking steht als diesjähriger Austragungsort der olympischen Sommerspiele besonders in diesen Wochen im Blick der Öffentlichkeit. Passend dazu ist bereits im März das Earbook "A Day In Beijing" erschienen.
Der großformatige Bildband zeigt mit eindrucksvollen Photographien von Frederik Röh die verschiedenen Gesichter der asiatischen Metropole - von den bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Kaiserpalast, dem Platz des Himmlischen Friedens oder der chinesischen Mauer über Wolkenkratzer und Schnellstraßen bis zu Souvenirläden und ruhigen Parks. Und natürlich auch die Menschen, die diese Stadt prägen - ob Kalligraphie-Künstler, Rentner beim Frühsport, Fahrradfahrer mit Atemschutzmasken oder betende Frauen im buddhistischen Tempel.
Die Bilder sind unkommentiert in scheinbar willkürlicher Reihenfolge abgedruckt, so wie sie einem vielleicht bei einem Streifzug kreuz und quer durch Peking und ins Umland begegnen würden. So kann man die entstehenden Eindrücke ganz ohne Zusatzinformationen auf sich wirken lassen. Erst am Ende des Buches findet sich ein Photoindex, der auch die Titel der Photographien enthält.
Begleitet wird das Earbook von vier CDs (praktischerweise im vorderen Buchdeckel untergebracht), die chinesische Musik von der traditionellen Peking-Oper bis zu modernem Crossover-Sound enthalten. In Zeiten der Globalisierung kennen wir zwar die unterschiedlichsten Musikstile aus verschiedenen Kulturen. Für westliche Ohren klingt traditionelle asiatische Musik aber immer noch oft ungewohnt. Vor allem der hohe gezogene Gesang, die wechselnden Rhythmen und die teilweise dissonanten Harmonien der Peking-Oper sind sehr gewöhnungsbedürftig. Meine Ohren hatten nach einigen Liedern von der ersten CD jedenfalls eine Erholungspause nötig. Immerhin wurden die Titel der Stücke ins Englische übersetzt, was zumindest etwas vom Inhalt erahnen lässt und auch für gewisse Erheiterung sorgt.
Die chinesischen Volkslieder auf der CD 2 sind angenehmer zu hören und unterscheiden sich von den Harmonien und Melodieläufen her oft nicht so sehr von westlicher Volksmusik. Die hier ausgewählten Arrangements enthalten meist eine Orchesterbegleitung und werden alle von Solosängern interpretiert. Mehrstimmige Lieder oder Chormusik haben entweder in der chinesischen Musik keinen großen Stellenwert oder wurden bei der Auswahl für dieses Earbook nicht beachtet.
Auf CD 3 gibt es instrumentale Musik zu hören, teilweise gespielt von so exotischen Instrumenten wie Er Hu und Gu Quin (zu denen das Buch leider keine weiteren Infos enthält) und dementsprechend ungewohnt im Klang. Typisch auch hier die sehr blumigen Titel der Stücke. Die letzte CD bietet dann mit Auszügen aus "Open Music" von Chang Jing eine Mischung von Elementen traditioneller chinesischer Musik mit Elementen moderner westlicher Musik.
Insgesamt gewährt "A Day In Beijing" einen interessanten visuellen Einblick in den chinesischen Alltag am Beispiel der Hauptstadt, der über das hinausgeht, was China der Welt zur Zeit in den Fernsehbildern präsentiert. Die begleitenden CDs bieten spannende Hörerfahrungen und die Möglichkeit, sich mit verschiedensten Spielarten chinesischer Musik anzufreunden. Für den perfekten Ausflug in die chinesische Kultur fehlt dann eigentlich nur noch das Essen vom asiatischen Schnellimbiss!