A Tribute To Ronnie James Dio

Irgendein findiger Mensch bei einer Presseagentur fand es wohl angebracht, die Meldung zum Tod von Ronnie James Dio mit der Überschrift "Erfinder der Frittengabel gestorben" zu überschreiben – und wie es die Medienlandschaft will, fand sich dies dann im gleichen Wortlaut auf verschiedensten Zeitungs-, Online- und Videotextseiten. Ich gebe zu: auch bei Musicheadquarter – aber hier zumindest als Info versteckt im Text. Auf jeden Fall war diese flapsige Überschrift dem Tod eines der besten Fronter der Metal-Geschichte nicht würdig. Dio verstarb am 16. Mai 2010 an den Folgen einer Krebserkrankung. Wer einen Blick auf die Kondolenz-Seite bei Facebook geworfen hat, konnte erfahren, was er für viele Menschen bedeutet hatte.
Tribute gibt es nun en masse. Jorn beispielsweise widmet ihm sein nächstes Album "Dio". Aber auch Manowar legten für ihr Label Magic Circle Music eine Compilation namens "A Tribute To Ronnie James Dio" auf. Natürlich stammen die beteiligten Künstler alle aus dem Manowar-Dunstkreis. Manche Namen hat man noch nie gehört – es sei den als Teilnehmer beim Magic Circle Festival. Dennoch ist die Qualität erstaunlich hoch.
Manowar übernehmen natürlich "Heaven And Hell", haben aber der Versuchung widerstanden, einen Manowar-Song draus zu machen. Vielmehr liefern sie eine kraftvolle Ausarbeitung des Dio-Songs schlechthin ohne jeden Firlefanz. Holyhell versuchen sich gekonnt an "Holy Diver" und bieten eine energiegeladene Version mit weiblichen Vocals – viel feiner gesungen als die üblichen Rockröhren. Sehr schön!
Danach folgen eher Stars aus der zweiten Reihe: Metalforce mit einer federleichten Gitarrenversion von "The Last In Line", Awaken mit einem schnellen "I Speed At Night" und Crosswind powern mit "A Light In The Black". Eine eigens rekrutierte Magic Circle All Star Band interpretiert "Long Live Rock’n‘Roll" als typische Hymne mit ausschweifenden Instrumentaleinlagen und Feinstein singt mit getragenen Vocals den einzigen eigenen Song des Albums "Far Beyond", der deutlich von Dio beeinflusst ist. Zum emotionalen Abschluss spielt der alte Mitstreiter Jack Starr "Catch The Rainbow". Man darf gerührt sein!
Der Sampler stellt eine gelungene Würdigung dar. Das Artwork mit (ich sage es ein letztes Mal) "Pommesgabel"-Geste entfaltet seine Wirkung. So darf man Ronnie gerne gedenken.