Alternative Summer (2 CD)

Sommerzeit ist Samplerzeit – das dachten sich wohl auch die Verantwortlichen von Polystar / Universal, als sie pünktlich zum Sommerbeginn gleich zwei doch recht unterschiedliche Kompilationen auf die Musikwelt losließen. Jeweils 42 Songs finden sich auf der über den Merchandise von Pro Sieben gehypten Doppel-CD "We Love Summer" und dem elitär angehauchten doppelten Silberling "Alternative Summer", der sich vor allem der rockigen Linie verschrieben hat und einige Newcomer auf sich vereint. Zwei Zusammenstellungen also, die mit minimalen Dopplungen ergänzend nebeneinander stehen können und dabei doch recht unterschiedliche Geschmäcker bedienen.
"Alternative Summer" bietet zunächst einmal eine Reihe alternativer Rock- und Popacts, die momentan die Szene beherrschen: Mando Diao liefern "Dance With Somebody", Placebo sind mit dem Ohrwurm "For What It’s Worth" vertreten, The Killers legen mit "Human" los und auch Razorlight dürfen mit ihrem kommerziellen Highlight "Wire To Wire" nicht fehlen. Dazu gesellt sich die zweite Garde erfolgreicher Hitlieferanten bestehend aus Bands wie Empire Of The Sun, MGMT, Noisettes, White Lies und Dredg. Sanfte Töne liefern Snow Patrol und Polarkreis 18, deren "Happy Go Lucky" mich vor allem in der a cappella vorgetragenen Schlusspassage beeindruckt. The Prodigy, Deichkind und Peter Fox‘ fulminantes "Schwarz zu blau" beenden die erste Disc und hinterlassen den Eindruck einer gelungenen Zusammenstellung ganz ohne gravierende Ausfälle.
Disc 2 widmet sich mit den Ärzten ("Junge"), Farin Urlaub, den Toten Hosen und Selig den momentan bestimmenden Protagonisten der deutschen Rockszene. In einem erfrischenden Mix geben diese sich mit Franz Ferdinand, La Roux, Starsailor und Maximo Park die Klinke in die Hand. Daneben die üblichen Verdächtigen Oasis, Travis, Keane und Nickelback. Einzig Metro Station wollen mit ihrem gewollt hippen "Shake It" einfach nicht zu den übrigen Rockheads passen. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Der positivste Aspekt der Zusammenstellung: Man kommt ohne Mark Medlock und Daniel Schuhmacher aus. In meinen Augen eine Kaufempfehlung per se. Den "Alternative Summer" kann ich somit ohne zuckende Bewegungen Richtung Skiptaste komplett durchhören und es gibt einige spannende Entdeckungen zu machen. Was will man mehr?