Bravo Hits 2011

Wie zum Ende jeden Jahres (meist schon im Herbst) die Frage: Was hatte das vergehende Jahr musikalisch zu bieten? Für Fans der Popkultur wird diese Frage umfassend auf der "Bravo Hits"-Jahrescompilation beantwortet. Hier erfährt man in jedem Jahr zielsicher, was die größte deutsche Musikzeitschrift – zugleich Hauptmeinungsbildner für Hunderttausende pubertierende Jugendliche – für "in" hielt und was von ihr mit dem entsprechenden Hype versehen wurde.
CD 1 widmet sich vor allem dem Dancefloor: Pitbull, Taio Cruz und Chris Brown – die üblichen Verdächtigen. Aber auch wegweisend Neues, wie "Moves Like Jagger", das Maroon 5 unverhofft zum Comeback verhalf, Alexandra Stan mit ihrer Hymne an "Mr. Saxobeat" und leider auch der unsägliche Bohlen-Liebling Pietro Lombardi, dessen Sangeskünste hinter dem Boulevard-Glamour weit zurück stehen. Dancefloor Tracks des Jahres? Ganz sicher der "Party Rock Anthem", aber leider auch "The Time (Dirty Bit)", mit dem sich die Black Eyed Peas von ihrer peinlichsten Seite zeigen. Das auch Lady Gaga ("Born This Way") und Lena ("Taken By A Stranger") auf diesen Silberling gehören, muss gar nicht erwähnt werden.
Mir gefällt wie immer CD 2 besser, denn hier folgt der melodische, in weiten Teilen auch authentischere Part. Lana del Rey, Marlon Roudette und vor allem Bruno Mars als neue Glanzlichter der Musikwelt. Caro Emerald und Adele mit ihren starken Frauenstimmen. Und viel Deutsches, das 2011 die Radioprogramme bereicherte: Tim Bendzko natürlich, Andreas Bourani und der große Durchbruch "Still" für Jupiter Jones. Selbst die Stimme von Peter Fox erklingt endlich wieder – in Seeeds "Molotov". Man kann sich höchstens fragen, warum schon wieder "Over The Rainbow" von IZ herhalten muss. Der Song ist schließlich uralt und auch in der Neuauflage aus dem vorhergehenden Jahr. Ansonsten aber eine sehr gelungene Zusammenstellung.