Dein Herz für Kinder

30 Jahre ist es jetzt schon her, dass die Bild-Zeitung die Aktion „Ein Herz für Kinder“ ins Leben rief. Wir erinnern uns noch an die Zeiten, als unsere Väter mit dem Logo der Aktion (als Aufkleber in Herzform auf dem Auto) durch die Gegend fuhren. Da war damals Rolf Zuckowski mit seiner berühmten Schulweg-Hitparade, die jedes Kindergartenkind auswendig konnte und mit der der Sänger zu Beginn seiner Karriere die Aktion unterstützte. Und natürlich die 11jährige Andrea Jürgens, die 1979 den Titelsong zum Thema interpretierte und sich in Windeseile in die Herzen aller Omas, Opas und jungen Eltern sang.
Aus der Aktion, bei der es ursprünglich um die Sicherheit im Straßenverkehr ging, ist inzwischen eine riesige Hilfsorganisation geworden, die weltweit in Not geratene Kinder unterstützt. Bei der Fernsehgala vor wenigen Tagen wurden 15 Millionen Euro an Spendengeldern eingenommen - und auch von der CD zum Jubiläum sollen 2,50 Euro von jedem verkauften Album der Aktion zugute kommen.
Beteiligt haben sich die drei Großen der deutschen Musikszene, die seit vielen Jahren mit ihrer Musik kindergerechte Arbeit leisten. Rolf Zuckowski hat diesen Stempel seit eh und je, wobei die wenigsten wissen, dass er auch durchaus Alben für erwachsene Zuhörer geschrieben hat. Peter Maffay und Nena tauschen gerne die rockigen Töne mit den sanften Klängen von reinen Kinderalben, sei es „Tabaluga“ oder eine Zusammenstellung der schönsten Kinderlieder.
Für die neue Hymne zum 30. Geburtstag wirken alle drei zusammen und haben sich den Kinderchor „Alsterfrösche“ als Verstärkung dazu geholt. Gefüllt wird der Silberling mit Songs aller drei Interpreten – zum Teil schon bekannt, zum Teil ganz neu. Rolf und seine Freunde liefern aus dem alten Repertoire beispielsweise „...und ganz doll mich“, Nena trägt “Zeichne mir dein Herz“ bei und von Peter Maffay hören wir „Das verschenkte Glück“ ebenso wie den Dauerbrenner „Nessaja (Ich wollte nie erwachsen sein)“.
Ganz neu ist das Duett von Nena & Rolf „Überall ist Wunderland“, ihre Zusammenarbeit mit Lukas Hilbert „Ein Andenken“ und der Song „Wind“, den sie mit dem Kinderchor der von ihr gegründeten Neuen Schule Hamburg vorträgt. Und als Premiere tritt Nenas Tochter Larissa in die Fußstapfen der Mutter und singt „Ich wünsch mir was“. Klar sind die Texte kindlich-naiv und drücken bewusst auf die Tränendrüse. Doch warum auch nicht? Der gute Zweck heiligt das Mittel.
Viele gut gemeinte Hilfsaktionen sind im Lauf der Jahrzehnte im Sande verlaufen und schlimmstenfalls in der bürokratischen Mühle zermahlen worden. Doch „Ein Herz für Kinder“ war immer ein Erfolgskonzept. Wenn auch hier düstere Wolken aufziehen, weil der Axel-Springer-Verlag die Fernsehproduktionen aus Kostengründen zurückfahren will, so wissen wir doch, dass seit Jahrzehnten mit musikalischen Mitteln Kindern geholfen wird. Und das ist immer noch unterstützenswert.