Various Artists

Die Bank II

Veröffentlicht: 17.04.2009 / Warner Music

Von: Andreas Weist

Various Artists

Ein einzigartiges Joint Venture geht in die zweite Runde: Die Brasserie und Bar Die Bank aus Hamburg schmeißt dieser Tage gemeinsam mit Warner Music eine zweite Compilation perfekt auf das Ambiente der Lokalität zugeschnittener Musik auf den Markt. Die Location befindet sich im Stadtpalais der ehemaligen Hypothekenbank und hat sich in der Szene einen ordentlichen Ruf für die stimmige Atmosphäre erworben. Hört sich ziemlich Schickimicki an und ist es auch – doch wenn aus dieser elitären Idee ein feiner Sampler mit hochwertiger Musik erwächst, darf man stilistische Ausschweifungen gerne mal in Kauf nehmen.

Der Sampler vermittelt eine sehr soulige, jazzige Grundstimmung. Der Vergleich zur berühmten CD-Reihe des "Café del Mar" in Sant Antoni (Ibiza) kommt nicht von ungefähr. Schließlich bietet das verwendete Konzept eine schwüle, mediterrane Leichtigkeit, die auch diesem Laden gut zu Gesicht stehen würde. Während sich Volume I des Bank-Soundtracks noch ganz der Lounge-Musik und dem easy listening verschrieben hatte, wartet die aktuelle Nummer zwei mit einer ganz ordentlichen Liste erfolgreicher Künstler und virtuoser Newcomer der aktuellen Soulszene auf.

Abbey Lincoln eröffnet mit "The Music Is The Magic" – quasi als ausgewähltes Motto für ein Restaurant, das bewusst edle Musik zu den erlesenen Zutaten in den Topf wirft und sich damit ein Alleinstellungsmerkmal in der gastronomischen Szene schafft. Jazzlady Madeleine Peyroux ist ebenso vertreten wie die aktuellen Chartbreaker Jason Mraz, Lily Allen und Ayo. Die Beatsteaks lassen erstaunlich sanfte Töne erklingen und die stimmlichen Größen Corinne Bailey Rae mit "Your Records On" sowie Jennifer Kay ("No Second Chances") wuchern vom ersten Ton an mit ihren vokalen Fähigkeiten und verursachen Gänsehaut. Höhepunkt ist in meinen Augen Michael Bublé im spannenden Duett mit Boyz II Men. Die groovende Neuauflage des Mel-Tormes-Klassikers "Comin‘ Home Baby" führt den Swing eindrucksvoll in die Gegenwart.

Die Bank versucht außergewöhnlich zu sein und zieht dabei alle Register. Wer auffallen will, muss in vielen Bereichen punkten – sei es die exklusive Ausstattung, ein ausgefallenes Konzept, ein exklusiv kreiertes Speiseöl, renommierte Live-DJs und eben eine eigene Musikreihe. Das ist neu und innovativ. "Soulfood für die Ohren", sagt einer der Werbeslogans. Besser kann ich es dann auch nicht mehr ausdrücken.

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