Various Artists

Ein Kuss im Kornfeld (2 CD)

Veröffentlicht: 10.10.2008 / Polystar / Universal Music

Von: Andreas Weist

Various Artists

Ich bin nun wahrlich kein Fan von sogenannten „Reality-Shows“, in denen Randgruppen unserer Gesellschaft ins Lächerliche gezogen werden – seien es nun Millionäre, Adlige oder Landwirte auf der Suche nach einer Lebenspartnerin. So müsste man mich schon an die Couch fesseln und Streichhölzer unter die Lider klemmen, um mich zum Ansehen einer kompletten Folge von „Bauer sucht Frau“ zu zwingen. Und trotzdem bespreche ich hier den Soundtrack zur Serie. Geht das zusammen? Oja! Da hat sich doch tatsächlich jemand Gedanken gemacht und mit viel Ironie und einem konstanten Augenzwinkern 41 Songs zusammengestellt, die wie die Faust aufs Auge zum Ablauf des Serienformats passen.

Die erste CD bietet den Soundtrack eines Leben auf dem Lande, beginnend mit dem Kapitel „Guten Morgen – raus aus den Federn“ und Songs wie Nana Mouskouris „Guten Morgen Sonnenschein“, den Tremeloes mit einem morgendlichen „Silence Is Golden“ und Hermann’s Hermits mit ihrem Überflieger „No Milk Today“. Ein Mischmasch aus goldenen Klassikern. Und so geht’s weiter. Das Kapitel „Auf geht’s – die Arbeit ruft“ wartet mit Amy McDonalds „This Is The Life“ und dem Klassiker „Come On Eileen“ von Dexys Midnight Runners auf, während für den dritten Tagesabschnitt „Füße hoch – Feierabend“ Lynyrd Skynyrd mit „Sweet Home Alabama“ herhalten müssen, Sasha mit „I Feel Lonely“ die bäuerliche Einsamkeit besingt und der unvermeidliche Jürgen Drews mit „Ein Bett im Kornfeld“ zumindest eine etwas stachelige Lösung anbietet. Der Genremix ist übergreifend und dennoch passend. Ein Geniestreich.

CD 2 widmet sich dann dem Liebesleben und versüßt „Das erste Treffen“ mit Foreigners „I Want To Know What Love Is“ und „Love Is All Around“ in der Version von Wet Wet Wet“. Das Kapitel „Die seltsamen Wege der Liebe“ darf Phil Collins mit dem Überflieger-Lovesong „Against All Odds“ besingen, während Reamonn „Tonight“ und Richard Marx „Right Here Waiting“ schmachten. Fürs Finale „Ein Traum wird wahr“ gibt es schließlich Seal mit „Love’s Devine“, den Golden Oldie „Oh Pretty Woman“ von Roy Orbison und Frankie goes to Hollywood mit dem herzzerreißenden „The Power Of Love“.

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass auf diesem Sampler für jeden was dabei ist. Quasi ein Konzeptalbum mit rotem Faden und Happy End, ohne dabei auf einer bestimmten Schiene zu fahren. Da werden nicht die Fetenhits Schlager runtergebetet oder die Hits der 80er wiederaufgelegt, sondern es wird ein Querschnitt durch die Partyklassiker geboten, der es in sich hat. Und das ganz losgelöst von dem unsäglichen Konzept der Sendung.

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