Friendship! - OST

Soundtracks sind immer so eine Sache – vor allem wenn man den dazugehörigen Film nicht kennt. "Die ersten Ossis in Amerika" lautet der Untertitel der Komödie "Friendship" und sagt damit schon viel über die Handlung des Films aus. Kinostart war am 14. Januar und ich habe bisher nur den Trailer gesehen, der aber schon viel zur Handlung aussagt: Nach dem Mauerfall wollen zwei junge Männer aus dem Osten die freie Welt entdecken und die Golden Gate Bridge sehen. Das Geld reicht zunächst nur bis New York – die Reise nach San Francisco muss man sich auf ungewöhnlichem Weg verdienen, beispielsweise mit einem Strip in NVA-Uniform zur DDR-Hymne. Ein typisches Roadmovie also, was sich auch im Soundtrack wiederspiegelt.
Erstes Aushängeschild ist Silbermonds "Krieger des Lichts", das auch auszugsweise in instrumentaler Form in die Filmmusik mit eingeht. Darüber hinaus haben die mir gänzlich unbekannten Bands A.M.P. und Chris & Thomas speziell auf den Film zugeschnittene Stücke geschrieben, die wie "Highway Of Love" den Geist des klassischen Roadmovies erfassen und dem unbedarften Hörer stimmungsvoll zu Gehör bringen. Nett, aber ohne weitere Relevanz.
Stärker sind da schon die bekannten Tracks, die Friedrich Mücke und Matthias Schweighöfer auf ihrer Reise begleiten: 80er New Wave der australischen The Church ("Under The Milky Way"), alternativer Rock von Hard-Fi und Phoenix sowie das fulminante "Blinded By The Light" in der klassischen Version von Manfred Mann’s Earth Band. Noch eine Schippe drauf legen Joachim Witt als NDW-Ikone mit "Goldener Reiter" und die DDR-Rockhymne überhaupt – nämlich Citys "Am Fenster", das leider nur in einer editierten Version ohne den ultralangen Instrumentalpart enthalten ist. Quasi als Entschädigung gibt es eine stark verfremdete Version von "Am Fenster" durch die Band Aurah, die aber ohne das charakteristische Geigenspiel des Originals nicht zu überzeugen weiß.
Lustig: "Strip" verwandelt die Becher-Hymne "Auferstanden aus Ruinen" tatsächlich in eine laszive Tanznummer. Strippen zum Marsch – das hat es so auch noch nicht oft gegeben. Fazit: Der Soundtrack fängt den Spirit des Films gut ein und erfüllt damit seinen Auftrag.