Various Artists

Inglourious Basterds (Soundtrack)

Veröffentlicht: 14.08.2009 / Warner Music

Von: Andreas Weist

Various Artists

Wenn Quentin Tarantino einen neuen Film ins Kino bringt, entsteht damit immer auch ein Gesamtkunstwerk, in welchem der Soundtrack eine gewichtige Rolle spielt. Nehmen wir nur die 60er-Retro-Klänge von "Pulp Fiction" oder Nancy Sinatras "Bang, Bang (My Baby Shoot Me Down)" in "Kill Bill", das sich schmeichelnd im Ohr festsetzt und lange Zeit nicht mehr raus will. Volume 2 des Rache-Dramas führte dann zu Ennio Morricone und seiner Italo-Western-Musik, die hier in einem ganz anderen Zusammenhang eingesetzt wurden. Damit schlägt sich auch ein Bogen zum Weltkriegsepos "Inglourious Basterds", zu dem Tarantino den 80jährigen Morricone gern als Komponisten gehabt hätte, der den Auftrag jedoch aus Zeitgründen ablehnte.

Der Film ist momentan in aller Munde – daher nur in Stichworten: Die fiktive Story spielt im zweiten Weltkrieg und zeigt eine Gruppe jüdischer Soldaten auf einem Himmelfahrtskommando gegen die Nazis. In einem Kino kommt es schließlich zum großen Showdown, bei dem Goebbels und Hitler ein unrühmliches Ende finden und die Historie der Nazizeit kurzerhand umgeschrieben wird.

Tarantino legt neben den Bildelementen viel Wert auf eine passende musikalische Atmosphäre. Wie gewohnt macht er den Film zu einer Hommage an berühmte Vorbilder – diesmal an Kriegsfilme wie "Das dreckige Dutzend" und vor allem an italienische Western im Stil Sergio Leones. Natürlich muss dabei auch die Musik stimmen und wenn Morricone schon nicht den kompletten Soundtrack komponieren wollte, so sind mit "The Verdict", "The Surrender", "Un Amico" und "Rabbia E Tarantella" doch vier aussagekräftige Stücke aus seiner Feder dabei. In die gleiche musikalische Kerbe schägt Nick Peritos "The Green Leaves Of Summer".

Neben den instrumentalen Stücken soll ein besonderes Augenmerk aber auch auf den gesanglichen Interpretationen liegen. Da sind zum einen das rockige "Slaughter" von Billy Preston und David Bowies geniale Performance von "Cat People". Deutsche Töne erklingen in Zarah Leanders "Davon geht die Welt nicht unter" (deren Stimme sich allerdings hinter einem lauten, authentischen Knistern verstecken muss) und in dem Klassiker "Ich wollt ich wär ein Huhn" von Lilian Harvey und Willy Fritsch. Dazwischen versteckt sich das französisch angehauchte "The Man With The Big Sombrero", womit auch die wichtigsten Schauplätze ihre musikalische Entsprechung bekommen.

Der Soundtrack vermittelt in gut 37 Minuten Länge einen guten Vorgeschmack auf den Inhalt des Films – wenn auch der Untertitel "The Sound Of War" reichlich übertrieben ist, da es auf dem Soundtrack doch weitaus weniger heroisch zugeht als auf der Leinwand. Die Zusammenstellung gibt wieder, was Tarantino sich aus den Musikarchiven zusammengesucht hat und spannt den Bogen von Willy Fritsch bis David Bowie. Allein das ist schon spannend genug und bildet letztlich eins von vielen Puzzleteilchen, die einen Tarantino-Film ausmachen.

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