Kuschelrock 24 / Kuscheljazz 7 / Kuschelklassik 2010

Die Tage werden wieder kürzer und die Temperaturen ungemütlicher, da kuschelt man sich doch abends gerne gemeinsam auf dem heimischen Sofa ein. Sony Music hat dafür jetzt wieder die passende Begleitmusik parat – je nach Musikgeschmack kann man zwischen "Kuschelrock 24", "Kuscheljazz 7" oder "Kuschelklassik 2010" wählen.
Die Kuschelrock-CDs sind ja inzwischen schon Kult, und auch die aktuelle Ausgabe bietet 38 Pop- und Rocksongs zum Träumen und Kuscheln. Überwiegend sind es bekannte Titel aus den letzten Jahren, wie Leona Lewis "Happy", "Krieger des Lichts" von Silbermond, "Clocks" von Coldplay oder "Almost Lover" von A Fine Frenzy. Einige Stücke sind aktuell sogar noch in den Charts, beispielsweise "Wunderful Life" der Newcomer Hurts, "Hey Soul Sister" von Train oder Robert Francis mit "Junebug". Aber es gibt mit "Perfect Day" von Lou Reed, David Bowies "China Girl" oder Billy Joels "Everybody Has A Dream" auch einige betagtere Klassiker zu hören. Die Auswahl auf einem solchen Sampler ist ja immer Geschmackssache, und über den Kuschelfaktor von Songs wie Sades "Soldier Of Love" oder "Haus Am See" von Peter Fox lässt sich natürlich streiten. Ich finde die Zusammenstellung aber insgesamt gelungen.
Wer es noch entspannter mag, greift zur aktuellen Auflage von "Kuscheljazz". Hier findet sich auf zwei CDs das meiste, was es an romantischen Jazz- und Soultiteln in den letzten Jahren in die Charts geschafft hat – von Katie Meluas "The Closest Thing To Crazy" über Joss Stone mit "Spoiled", bis zu Teiturs wunderbarer Ballade "Don´t Want To Wake You Up" und Ingrid Michaelsons verspieltem "The Way I Am". Darunter mischt sich auch eine Menge älteres Material wie James Brown mit "All The Way", Aretha Franklins Evergreen "What A Difference A Day Made" oder "Do You Want To Dance" von Bette Midler. Zu den absoluten Klassikern gehört auch Eva Cassidys Interpretation von "Fields Of Gold", mein persönlicher Lieblingstitel dieser Sammlung. Übrigens nicht das einzige Cover – Gabriella Schazad trällert "Take On Me" über entspannte Mandolinen, Diana Krall interpretiert Ellingtons "I´m Just A Lucky So And So", und Alicia Keys macht aus "How Come You Don´t Call Me" puren Soul. Als einziger deutschsprachiger Künstler hat es Roger Cicero mit "Bin heute Abend bei dir" auf den Sampler geschafft.
Das Doppelalbum "Kuschelklassik 2010" schließlich will die Fans klassischer Musik aufs Sofa locken. Breit gestreut ist die Auswahl von Mozart über Schubert, Schumann und Brahms bis zu Verdi und Puccini. Interpretiert werden die Stücke von renommierten Orchestern und bekannten Solisten wie den Geigern David Garrett und Joshua Bell, dem Pianisten Lang Lang und der Sängerin Montserrat Caballé. Zwischen die klassischen Stücke mischt sich auch bekannte Filmmusik, etwas "Deborahs Thema" von Ennio Morricone, "City Of Lovers" aus "Casino Royal" oder das "Liebesthema" aus "Der Pate". Auch Paul Potts ist mit dem romantischen "Un Giorno Per Moi" vertreten. Manche Titel überzeugen und laden wirklich zum Träumen ein, wie Phil Coulters "Holy Island" oder Kenji Bunchs "Magic Hour", andere sind eher gähnend langweilig, wie beispielsweise die Auszüge aus Camille Saint-Saëns Oper "Samson et Dalia".
Im Internet hatten die Fans die Möglichkeit, für alle drei Sampler Titelvorschläge zu machen. Inwieweit diese natürlich umgesetzt wurden, hing bestimmt auch mit Veröffentlichungsrechten und dem Bekanntheitsgrad mancher Künstler zusammen. "Kuschelrock 24" und "Kuscheljazz 7" finde ich insgesamt sehr gelungen und gut geeignet, sich den einen oder anderen gemütlichen Abend zu machen. Kuschelklassik 2010" ist schon eher speziell und für meinen Geschmack stellenweise zu seicht. Für das ganze Kuschel-Paket trotzdem gute sieben Sterne.