Various Artists

Love In The Times Of Cholera (OST)

Veröffentlicht: 08.02.2008 / SonyBMG

Von: Astrid Weist

Various Artists

Der Soundtrack zur Literaturverfilmung "Love In The Times Of Cholera" nach dem berühmten Roman des Kolumbianers Gabriel Garcia Marquez stammt vom brasilianischen Filmkomponisten Antonio Pinto. Unterstützung erhielt er dabei von der ebenfalls aus Kolumbien stammenden Sängerin Shakira, die übrigens vom Autor persönlich dazu eingeladen wurde.

Die meisten Leute kaufen sich ja den Soundtrack, wenn sie den entsprechenden Film gesehen haben und von ihm und der Musik begeistert waren – sie wissen also, was sie erwartet und sind nicht auf Reviews angewiesen.
Aber dann gibt es ja auch noch diejenigen, die den Film gar nicht kennen, sich aber wegen bestimmter Komponisten oder Interpreten für die Musik interessieren.
Mit "Love In The Times Of Cholera" soll wohl gerade auch diese Gruppe angesprochen werden, denn schon auf dem Cover wird mit Featuring Original Songs by Shakira geworben. Allerdings erfahren Shakira-Fans hier nicht, dass sie insgesamt nur drei Stücke zum Soundtrack beigesteuert hat, die direkt am Anfang des Albums stehen. Davon  wurden "Hay Amores" und "Despedidas" eigens für den Film komponiert, der dritte Titel "Pieso En Ti" erschien bereits 1995 auf ihrem Album "Pies Descalzos".

Keine Frage - diese Stücke sind großartig, passen sich hervorragend in die von Antonio Pinto geschaffene Stimmung ein und zeigen einmal mehr Shakiras Fähigkeit, ihre Stimme sehr differenziert und emotional einzusetzen. Besonders kommt dies bei "Piensos En Ti" zur Geltung, das sie fast a cappella zu einer sehr sparsamen Gitarrenbegleitung singt.
Aber wer Musik im Stil von ihren radiotauglichen Hits erwartet, wird enttäuscht werden.

Antonio Pinto setzt hauptsächlich auf Instrumentalmusik - neben Shakiras Songs wird nur noch "Los dos" ebenfalls gesungen. Die normale Orchesterbesetzung erweitert er durch Harfe und akustische Gitarre und verwendet Elemente der kolumbianischen Volksmusik.
Die zum Teil recht kurzen Stücke tragen klangvolle Titel wie "Divided Love", "Escolastica" oder "Sex Drums" und lassen sich von Kennern des Films sicher bestimmten Szenen zuordnen. Von einigen Ausnahmen abgesehen spiegeln sie eher die schwermütige Seite der lateinamerikanischen Musik wieder. Insgesamt entsteht aber ein stimmiger, zum Thema des Films passender Gesamteindruck.

Das Booklet fällt leider sehr dünn aus. Neben den obligatorischen Infos enthält es nur die Texte von "Hay Amores" und "Despedidas" mit englischer Übersetzung – in weißer Schrift auf schwarzem Grund allerdings schwer zu lesen. Ein paar Fotos aus dem Film wären ergänzend schon schön gewesen.

"Love In The Times Of Cholera" ist ein typischer orchestraler Soundtrack, der mit ein paar Gesangsstücken ergänzt wurde. Wer diese Art von überwiegend melancholischer Filmmusik mag oder unbedingt seine Shakira-Sammlung vervollständigen will, ist mit diesem Album gut bedient.

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