Music En Vogue - Vol. 4 (2 CD)

Sommer 2010 - "Music En Vogue" geht in die vierte Runde. Die Compilation-Reihe aus dem Hause Polystar (Universal) besticht regelmäßig durch eine spannende Songauswahl. Natürlich werden die Charts bedient. Alles andere wäre ja auch Unsinn. Doch es bekommen durchaus Hits aus der zweiten Reihe wie Aura Diones "Song For Sophie" oder Sias "Day Too Soon" eine Chance, sich in die Ohren einzubrennen.
Erneut ist die Mädels-Fraktion überproportional stark vertreten. Gute Laune verbreiten Rihanna, Lady Gaga, Kate Nash, Amy McDonald und Pixie Lott. Und wenn sich doch mal ein Mann in die Reihen verirrt, dann ist es ein Frauenversteher wie Jason Mraz, Robert Francis oder Michael Squire. Sei’s drum.
Eine große Rolle spielt die Aufarbeitung des Eurovision Song Contest. Neben Lenas "Satellite" finden sich auch eine Reihe älterer Songs, die nur deshalb ins öffentliche Interesse gerückt sind, weil Lena sie im Casting interpretiert hat: "Mr. Curiosity", "My Same", "Neopolitan Dreams". Kaum zu glauben, wie so ein junges Mädel die Charts aufmischen kann. Auch der Belgier Tom Dice ist zu finden, der aus Deutschland die höchste Punktzahl beim Contest einfuhr.
Coole Sounds gibt’s von Goldfrapp, Ellie Goulding, Donkeyboy, La Roux oder Bat For Lashes. Dazu Bands wie Train (der Sommerhit schlechthin: "Hey, Soul Sister"), Stanfour oder Scouting For Girls mit ihrem Ohrwurm "This Ain’t A Love Song". Persönlich macht mich CD 1 glücklicher. Die kann ich in einem Rutsch durchhören. Auf dem zweiten Silberling nerven Justin Timberlake und einige Lückenfüller wie Cheryl Cole, Erykah Badu und Justin Nozuka. Im Gegenzug beweisen Donkeyboy und Melanie Fiona, dass auch auf Hit-Compilations noch einige schlummernde Talente zu entdecken sein dürfen.
Wer einen Überblick hinsichtlich der aktuellen Charts gewinnen will, wird mit der Sammlung sehr gut bedient. Wenn ich die Tracklist mit den aktuellen Bravo-Hits vergleiche, weiß ich zumindest, auf welche Sammlung meine Wahl fällt. Die Compilation rockt. 42 Songs in gut 150 Minuten. Im Prinzip sind kaum Ausfälle zu verzeichnen und der Sampler hebt sich wohltuend von allen Veröffentlichungen ähnlicher Art ab. Man spürt weiterhin, dass Universal hier ein anspruchsvolles Konzept verfolgen.