Musik von hier (2 CD)

Die Reihe „Perfekte Welle – Musik von hier“ war eine vierteilige Samplerreihe der Firma Polystar in den Jahren 2004 bis 2006 und lehnte sich an den erstaunlichen Erfolg gerade deutschsprachiger Rockmusik beginnend mit Bands wie Wir sind Helden, Silbermond und Juli an. In die gleiche Kerbe schlugen kurz darauf Compilations wie „Junge Helden“ und „100pro Deutsch“. Jetzt legen Polystar noch mal nach und bringen im Vorfeld der Feiern zum 3. Oktober in Zusammenarbeit mir RTL 2 die Doppel-CD „Musik von hier“ auf den Markt.
Klar kann man sich jetzt die Frage stellen, ob die Welt (speziell die deutsche Musikwelt) diesen Sampler braucht – aber das kann man sich bei jeder Compilation fragen und wir wollen uns ja jetzt nicht in philosophischen Ausschweifungen über den Wert kompletter Musikalben im Gegensatz zu einzelnen Hits verlieren.
Zumindest vereint „Musik von hier“ tatsächlich vieles was zur Zeit Rang und Namen hat (spontan vermisse ich allerdings Silbermond, Wir sind Helden, Juli, Die Ärzte und Mark Medlock) und stellt in diesem Sinn eine Bestandsaufnahme der deutschen Musikszene Anfang des Jahrtausends dar. Man hat auch englischsprachige Songs deutscher Künstler mit aufgenommen, und so finden sich Sasha und die No Angels im schwarz-rot-goldenen Reigen. Was allerdings die Schweizer Nachwuchshoffnung Stefanie Heinzmann in der nationalen Auflistung zu suchen hat, erschließt sich nicht so ganz. Vermutlich ein Ausrutscher, der aber aufgrund der Qualität ihrer Songs absolut positiv zu bewerten ist.
Eröffnet wird von Rosenstolz mit ihrer aktuellen Nummer 1 „Gib mir die Sonne“. Der experimentierfreudige Jan Delay steuert „Klar“ bei, während Seeed relaxed groovend „Aufstehn!“ rufen. Tokio Hotel und Culcha Candela gehören ebenso zu den aufstrebenden jungen Bands wie Madsen, Panik und Virginia Jetzt. Losgelöst von seinen Kumpanen Echt besingt Kim Frank „Lara“ und Superstar Thomas Godoj gibt mit „Helden gesucht“ das Motto vor. Als Altmeister per se ist Udo Lindenberg mit „Wenn du durchhängst“ dabei, während Peter Heppner in unterschiedlichen Kombinationen gleich zweimal seine Ausnahmestimme beisteuern darf. Ebenfalls schon länger etabliert sind die illustre Schar um Reamonn, Nena, Xavier Naidoo und Element Of Crime. Hingegen dürften Klee, Clueso, Patrice und Madsen ihre größten Stunden noch vor sich haben.
Ihr merkt schon: Der rote Faden fehlt etwas. Trotzdem bekommt der interessierte Musikhörer hier 42 Songs, die das Spektrum der letzten Jahre gut abdecken. Und wie war noch mal die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und allem? Eben – 42. Eine abwechslungsreiche Palette für die nächste Party oder der geeignete Wachhalter für längere Autofahrten (nicht nur durch Deutschland).