Various Artists

My Man Is A Mean Man (TV total SSDS-Gewinner)

Veröffentlicht: 11.01.2008 / Universal Music

Von: Andreas Weist

Various Artists

Wo verstecken sich eigentlich die genialen Sängerinnen und Sänger, die Stefan Raab in seiner Show präsentiert, um seinen ureigenen Superstar zu suchen, wenn Dieter Bohlen auf selbigen Stimmenfang geht? Ich finde es schon phänomenal, welche Stimmwunder das TV-total-Team diesmal wieder aufgetan hat. Sei es die ausdrucksstarke Stefanie Heinzmann, der introvertierte Gregor Meyle, Rockröhre Steffi List oder Countryman Mario Strohschänk.

Der Titel war Programm: SSDSDSSWEMUGABRTLAD stand für „Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte und gerne auch bei RTL auftreten darf“. Aus den insgesamt 20 Kandidaten waren vier Finalisten hervorgegangen, die sich beim großen Finale am 10. Januar dem Jury- und Zuschauer-Voting stellten. Angenehm auch das Format der Show, die ohne den üblichen Psychoterror diverser Castingevents auskam, die Kandidaten nicht unnötig auf die Folter spannte und eher konstruktiv als destruktiv urteilte.

Die Zuschauer konnten beim großen „TV Total“-Finale per SMS und Telefon abstimmen. Vier Kandidaten traten dabei gegeneinander an: Steffi (31) aus Schwanfeld, Gregor (28) aus Köln, Mario (20) aus Lautrach und Stefanie (18) aus Eyholz. Doch nur einer konnte den Titel mit nach Hause nehmen und so entschied das Küken Stefanie das Rennen klar für sich und begeisterte nicht nur das Publikum im Studio sondern überzeugte auch die Zuschauer zu Hause.

Ein kluger Schachzug und eine feine Geste ist es, als erste Single, die aus diesem Projekt hervorgeht, alle vier Finalsongs zu veröffentlichen. Versehen mit vier Aufklebern kann sich jeder Käufer wahlweise die Siegerin oder seinen persönlichen Gewinner aufs Cover kleben.
Alle Songs sind von guter Qualität und bescheinigen den hohen musikalischen Level, auf dem die Talentsuche ablief.

Mario Strohschänk zog als erster den Kürzeren und durfte seinen Song „Don’t Feel Sorry For Me“ nicht mehr im Finale präsentieren. Schade eigentlich. Im von ihm gewählten Country-Metier bewies er Ausdauer und blieb sich selbst treu. Das war sicher nicht nach jedermanns Geschmack – doch er hatte sich einen Titel für den Schluss aufgehoben, der Country- und Popelemente zu einem interessanten radiotauglichen Ohrwurm verbindet.
Steffi List bietet mit „Break The Silence“ eine für sie typische Rockballade, die hervorragend zu ihrer markanten Stimme passt.

Doch vor allem von zwei Teilnehmern wünsche ich mir noch viel Musik in der Zukunft: Gregor Meyle bietet mit „Niemand“ einen wundervollen Popsong im Stil von Laith Al-Deen, zart instrumentiert und mit viel Gefühl eingesungen.
Und natürlich Stefanie Heinzmann, die junge Sängerin aus der Schweiz, die sich durch ihre starke soulige Stimme, ihren Ausdruck und ihre Bühnenpräsenz auf den ersten Platz gesungen hat. Es war jedes Mal ein Erlebnis, wenn die so schüchtern und unscheinbar wirkende Sängerin das Mikro in die Hand nahm und sich von Dr. Jekyll in Mr. Hyde verwandelte. Da konnte einem als Zuschauer nur vor Staunen der Mund offen steht und sie hat verdient gewonnen.

Mein Kompliment an Stefan Raab für diese Show und die Bereicherung einiger Fernsehabende. Wer’s verpasst hat, muss sich mit dieser Single trösten.

 

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