Various Artists

Ohne Dich ist alles doof (2 CD)

Veröffentlicht: 23.04.2010 / Polystar / Universal Music

Von: Andreas Weist

Various Artists

Volume 3 meiner Lieblings-Chart-Compilation "Music En Vogue" erschien im Juli 2009 und längst ist es Zeit für eine neue Ausgabe. Doch was sehen meine müden Augen: stattdessen kommt von Polystar eine Zusammenstellung mit dem intelligenten Titel "Ohne dich ist alles doof". Jetzt bin ich ja wirklich für Neues offen und muss ehrlich gestehen, dass sich der Schäfchen-Merchandise auch in unendlich vielen Variationen in unserem Haushalt findet – von Tasse und Postkarten über Bettwäsche und Bilderrahmen bis hin zum Adventskalender. Und das ist nicht alles allein auf dem Mist meiner Liebsten gewachsen, sondern durchaus auch auf meinem. Das einfach mal, um meine Einstellung diesbezüglich zu klären.

Die Compilation trägt wahlweise die Untertitel "Musik für Verliebte!" oder "Musik für einsame Herzen!" – ermöglicht durch ein Wendecover – und ist somit durchaus vielseitig einsetzbar. Die Tracklist enthält wie gehabt 42 Songs auf zwei Silberlingen. Doch wenn ich die Songauswahl betrachte, dann verstärkt sich bei mir der Eindruck, dass man eine Chart-Compilation herausbringen wollte, auf halbem Weg aber die aktuellen Hits ausgegangen sind.

Was zu den momentanen Radio-Playlisten passt, sind Stücke wie "Fireflies" von Owl City, "I Will Love You Monday" (Aura Dione), "I Care For You" (Casting-Vize Jennifer Braun) und "Fight For Your Love" von Shooting Star Cheryl Cole. Dann eine kleine Auswahl noch nicht so kaputt gespielter Single-VÖs wie Unheiligs "An deiner Seite" und die Kollaboration von Milow und Marit Larsen namens "Out Of My Hands". Was ich vermisse, ist allerdings Lenas "Satellite" und was ich absolut nicht vermisse sind alle möglichen DSDS-Outputs von Medlock bis Mehrzad.

Lena Meyer-Landrut ist aber ein gutes Stichwort: Im Zuge ihrer Oslo-Bewerbung sind nämlich Lieder in den Mittelpunkt gerückt, die kaum jemand auf der Hitliste hatte und die kurioserweise durch den Einsatz in Raabs Show zu ungeahnten Download-Ehren kamen. Und davon sind zumindest zwei vertreten: Adele mit "My Same" und Jason Mraz‘"Mr. Curiosity".

Aufgefüllt wird die Zusammenstellung durch Herz- und Schmerzsongs aus aller Welt. Vieles schon mit langem Bart, manches aus den letzten Jahren. Zum Thema passt sowieso fast alles – also findet sich eine Art Haribo-Colorado-Mischung von U2 über Ronan Keating und Maroon 5 bis hin zu Espen Lind sowie Amy Winehouse. Nur Elvis Costello mit "She" und Barry White ("You’re the First, The Last, My Everything") fallen extremst aus dem Rahmen lassen mich Richtung Skiptaste zucken.

Fazit? Bald ist Muttertag: Junge und jung gebliebene Mütter werden sich an der Schäfchen-Compilation erfreuen. Die Songauswahl ist generationsübergreifend kompatibel. Macht also Sinn. Mir persönlich wäre eine vierte Ausgabe von "Music En Vogue" aber lieber gewesen...

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