Various Artists

Once (Soundtrack)

Veröffentlicht: 18.01.2008 / SonyBMG

Von: Astrid Weist

Various Artists

Der unabhängig produzierte irische Musikfilm „Once” war 2007 der Überraschungserfolg auf dem Sundance Filmfestival und in den amerikanischen Kinos. Am 17. Januar 2008 startet der Film nun unter anderem in Deutschland, und einen Tag später ist auch der Original Soundtrack bei uns erhältlich.

„Once“ erzählt von der Begegnung eines jungen Dubliner Straßenmusikers, der im Laden seines Vaters Staubsauger repariert, mit einer tschechischen Pianistin, die als Putzfrau arbeitet. Gemeinsam versuchen die beiden, ihre Träume zu verwirklichen und kommen sich dabei nicht nur musikalisch sondern auch menschlich näher.
Der Soundtrack macht definitiv Lust auf den Film – und ich bedauere es sehr, dass ich wohl nicht dazu kommen werde, ihn im Kino zu sehen (der drei Monate alte Nachwuchs lässt grüßen)..

Hier wurden mal nicht bekannte Schauspieler besetzt, sondern echte Musiker übernehmen die Rollen der Hauptpersonen. Zumindest dem Soundtrack verleiht dies eine große Authentizität. Gleich der erste Song „Falling Slowly“ berührt und verschafft einem Gänsehaut, und ähnlich wunderschön melancholisch geht es auch weiter über Balladen wie „If You Want Me“ und „When Your Mind´s Made Up“ bis hin zum Titelsong „Once“.
Die eindrückliche und kraftvolle Stimme von Glen Hansard und Marketa Irglovas schnörkelloser, klarer Sopran nehmen vom ersten Ton an gefangen. Und auch sein Gitarrenspiel und ihre Klavierparts überzeugen durchweg.

Bis auf das von Interference beigesteuerte „Gold“ sind alle Songs von Glen und Marketa selbst geschrieben und performed. Musikalisch unterstützt werden sie bei einigen Stücken von Bass, Percussion und auch mal von Streichern. Insgesamt sind die Arrangements aber sparsam und nie überladen.
Beeindruckend die Solostücke von Glen, wie „Broken Hearted Hoover Fixer Sucker Guy“ oder „Leave“, bei denen er sich nur mit Gitarre begleitet – man sieht ihn  förmlich vor sich in seiner Rolle auf den Straßen von Dublin, auch ohne den Film gesehen zu haben.
Nicht weniger gut ist  Marketas Solo „The Hill“. Wo sich Glens Stimme gegen Ende seiner Songs immer mehr steigert und in Emotionen entlädt, klingt die Tschechin durchweg zart und fast zerbrechlich und berührt damit umso mehr.

Das Booklet ist mit einigen Bildern aus dem Film nett gestaltet. Schade nur, dass keine Lyrics abgedruckt sind, denn die Texte sind sicher genauso schön, wie die Musik, sind beim reinen Hören aber nicht so leicht  zu verstehen.

Das ist aber das einzige Manko, ansonsten hat mich „Once“ voll überzeugt. Wer auf echte, handgemachte Musik in guter Songwriter-Tradition steht, ist mit diesem Soundtrack bestens bedient.

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