O.S.T. Slumdog Millionaire

Acht Oscars regnete es kürzlich für Danny Boyles Film “Slumdog Millionaire“ und nun prasselt – passend zum deutschen Kinostart einen Tag vor dem Release – der mit dem goldenen Männchen ausgezeichnete Soundtrack auf uns ein. Im Verlauf der 13 Tracks wird man Zeuge eines Zusammenpralls der Kulturen – genau so, wie bei dem Film, den dieser Soundtrack untermalt. Bollywood hielt durch “Slumdog Millionaire“ jetzt endgültig auch im westlichen Hollywood Einzug, die nun vorliegende Filmmusik ist dafür der tontechnische Beweis.
Man muss diesen trashigen Plastikcharakter des indischen Filmgeschäfts schon mögen, um sowohl dem Streifen, als auch dessen Soundtrack nur Positives abgewinnen zu können. Beim Film bleibt einem noch die Handlung und visuelle Eindrücke, Bollywood auf die Ohren bietet einem nicht so viele Zufluchtsmöglichkeiten. Boyle heuerte für die Musikgestaltung seines Films niemand Geringeres als Alla Rakha Rahman, den Papst der Bollywood-Soundtracks, an. Er schrieb die meisten Tracks und die indo-britische Sängerin M.I.A. singt die einprägsamsten der enthaltenen Songs. Nummern zwischen Hip-Hop, Dancefloor, Pop, Schlager, Kitsch und indischer Tradition – einer offensiver als der andere.
Fazit: Für Fans des Genres ist der Soundtrack von “Slumdog Millionaire“ eine ähnlich runde Sache, wie für Regisseur Danny Boyle die diesjährige Oscar-Verleihung. Wem das Faible fürs romantische Trash-Nirwana fehlt, der wird allerdings auch weiterhin schreiend davonlaufen, wenn einem der indisch angehauchte Bollywood-Pop um die Ohren weht. Entweder man liebt sie, oder man hasst sie, diese aufgedrehte Form der Nonstop-Berieselung. Der Soundtrack von “Slumdog Millionaire“ ist da keine Ausnahme.