Various Artists

Rave On Buddy Holly

Veröffentlicht: 01.07.2011 / Concord / Universal Music

Von: Sascha Knapek

Various Artists

19 Neuzeitkünstler (mehr oder weniger, Lou Reed und Paul McCartney sind auch mit von der Partie) versuchen sich am Erbe des großen Buddy Holly. 1959 starb der im Rückblick wohl größte Rock’n’Roll-Star seiner Zeit bei einem Flugzeugabsturz. Hinterlassen hat er der Nachwelt schier unendlich viele Hits (vor allem, wenn man in Betracht zieht, dass Holly zum Zeitpunkt seines Todes gerade einmal 22 Jahre alt war). Die "Rave On Buddy Holly"-Teilnehmer hatten also die Qual der Wahl – und meistens hat es trotz der Größe des Originalmaterials sogar ziemlich gut funktioniert mit dem „Tribut zollen".

Zu den Highlights der 19 Interpretationen gehören auf der einen Seite die Nummern, die nah am Original bleiben und trotzdem den eigenen, zeitgemäßen Zungenschlag der jeweiligen Künstler beinhalten. Karen Elson gelingt das bei "Crying, Waiting, Hoping", She & Him beim zuckersüßen (wie kann es mit Zooey Deschanel am Mikro auch anders sein) "Oh Boy", Fiona Apple & Jon Brion bei "Everyday" und Cee-Lo Green bei seiner herzlichen "(You’re So Square) Baby, I Don’t Care". Die zweite Seite der hochpolierten Medaille präsentieren die Beiträge von Florence & The Machine ("Not Fade Away"), The Black Keys ("Dearest") und allen voran My Morning Jacket ("True Love Waits"). Sie nehmen die Essenz der Buddy-Holly-Songs und kreuzen diese mit einem ureigenen Soundentwurf, der das Wort „Tribut" wohl am ehesten rechtfertigt und den Sinn der Sache am besten ins rechte Licht rückt.

In der Natur der Sache liegt es allerdings auch, dass nicht alle Beiträge auf einem derart hohen Niveau angesiedelt sind, wie die eben erwähnten Tracks. Ex-Beatle Paul McCartney bekleckert sich zum Beispiel bei seiner Neuinterpretation von "It’s So Easy" nicht gerade mit Ruhm und wirkt wie ein bemühter, alter Mann, der unbedingt zeigen möchte, dass er jeden Morgen noch eine Extraportion Rock’n’Roll frühstückt – das Endergebnis geht gewaltig in die Hose. Modest Mouse und Lou Reed werfen den Fleischwolf an und machen aus "That’ll Be The Day" und "Peggy Sue" zwei Stücke, die wie zu gut geklonte Blaupausen in das Werk der jeweiligen Künstler passen. Julian Casablancas Rumpel-Rock-Version von "Rave On" schlägt in die gleiche Kerbe – Hauptsache Kakofonie, da hätte Buddy Holly wohl eine andere Sichtweise gehabt. Und warum Kid Rock hier mitmachen durfte, muss etwas mit amerikanischer Barmherzigkeit zu tun haben.

Unterm Strich steht als Fazit von "Rave On Buddy Holly" allerdings ein volles „Töpfchen" und ein mit eher wenig Überflussspeck gefülltes „Kröpfchen". Die Songs von Charles Hardin Holley funktionieren auch im Jahre 2011 noch hervorragend und zeigen, vor allem anderen, wie zeitlos gute Rock’n’Roll-Nummern sind. Rave on, indeed!

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