Various Artists

Red Ink’s Indie Music Diary (2 CD)

Veröffentlicht: 08.08.2008 / Red Ink / SonyBMG

Von: Andreas Weist

Various Artists

2005 hat SonyBMG das Label Red Ink ins Leben gerufen und damit eine eigenständige Division zur Entwicklung neuer Künstler geschaffen. Das kann man jetzt unter Marketing-Gesichtspunkten betrachten und den wirtschaftlichen Zweck sehen – oder man sieht es als Chance für die Bands und Solokünstler, die von dieser Idee profitieren. Zumindest scheinen dem Label seine Acts so am Herzen zu liegen, dass es schon nach wenigen Jahren eine recht liebevoll zusammengestellte Compilation gibt, die einen Querschnitt des Label-Repertoires bietet und einige interessante Überraschungen mit sich trägt.

Der Titel sagt schon aus, dass man mit den 31 Songs verteilt auf zwei Silberlinge ein musikalisches Tagebuch des Labels auf den Markt bringen möchte. So sind alle wichtigen Künstler mit für ihre Musik ausagekräftigen Titeln vertreten: The Coral mit dem entspannten „Who’s Gonna Find Me“, Vega 4 mit „Traffic Jam“ und die Manic Street Preachers mit dem starken „Indian Summer“.

Die Shooting Stars Dúné dürfen gleich zweimal an den Start. Da ist zum einen der Indie-Elektro-Rocker „Bloodlines“, aber leider auch eine von Altmeister Harold Faltermeyer gemixte Version des kleinen Hits „80 Years“, der ich leider gar nichts abgewinnen kann. Auch Old Man River dürfen neben dem unvermeidlichen Sommerhit „La“ ein zweites Mal ran – nämlich wieder mit „La“ in einer lustigen Desperado-Version, die den ursprünglich fröhlichen Song zu einer melancholischen Ballade macht. Die Idee gefällt mir sehr gut.

Noch mehr Interpreten fallen positiv ins Ohr und machen Lust auf mehr: Pete Yorn zum Beispiel, My Morning Jacket und ganz besonders Ben Folds. Damit ist die Mission der Compilation erfüllt: auf den Geschmack kommen, neue Indie-Hits und Underground-Klassiker entdecken, unbekannte Künstler bekannt machen. Was mir leider fehlt, sind Hintergrundinfos im Booklet zu den vertretenen Acts. Da hat man meiner Ansicht nach eine wichtige Chance versäumt. Und auch Informationen zum Label fehlen völlig. Schade.

Was bleibt, ist aber eine gute Zusammenstellung alternativer Rocksongs, die in dieser Form gut funktioniert und absolut hörenswert ist.

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