Shrek The Third - Soundtrack

Die Soundtracks zu den jetzt drei Shrek-Filmen gingen schon immer weit über normale Filmmusik hinaus. Als wenn es gestern wäre, erinnere ich mich noch an das tieftraurige “Hallelujah” in der Interpretation von Rufus Wainwright aus Teil 1, das in seiner Schlichtheit einen bewegenden Weltschmerz ausdrückte. Dann an die fröhlichen Mottosongs, die im Abspann jeder Figur ein musikalisches Gewicht verliehen (z.B. “I’m A Believer” von Smash Mouth), oder an die bemühten und aberwitzigen Gesangseinlagen von Eddie Murphy und ab Teil 2 auch Antonio Banderas. Zudem wird „Holding Out For A Hero“ in die Ruhmeshalle der Soundtrack-Annalen Einzug halten.
Jetzt also “Shrek The Third”. Auch zur dritten Auflage hat man die Crème de la Crème der Rockszene vereint, um dem Soundtrack ein eigenes Gewicht zu verleihen. Wie meinte meine Frau beim ersten Vorspielen: “Kaum zu glauben. Die Songs sind so typisch, dass man glaubt, sie seien extra für Shrek geschrieben.” Da ist was dran. Und zum Teil stimmt es ja auch: die Eels steuern ihre Songs in der Regel exklusiv für den Soundtrack bei.
Daneben sind The Ramones vertreten, Led Zeppelin, die Wings mit einer bombastischen Version von „Live And Let Die“, Wolfmother und Trevor Hall. Alles ist passend und stimmig – und lässt ein Feeling aufkommen, das den guten alten Rock’n’roll mit der Animationswelt einer Mittelalter-USA verschmilzt, die es natürlich nie gegeben hat, die aber irgendwie so denkbar wäre. Die weibliche Seite ist durch Fergie („Barracuda“) und Macy Gray („What I Gotta Do“) mehr als stark vertreten.
Highlights für mich: Matt White mit einem wundervoll einfühlsamen „Best Days“, Wolfmother mit dem Burner „Joker And The Thief“ und die über jeden Zweifel erhabenen Eddie Murphy und Antonio Banderas mit einem soulig angehauchten, shreklisch schönen „Thank You“. Der ultimative Groove.
Die letzten beiden Songs des Albums haben leider nur noch rein informatorischen Charakter und wirken irgendwie, als habe man noch etwas Filmmusik draufpacken wollen, um wenigstens knapp 45 Minuten zu füllen. Schade.
Trotzdem gute 6 Sterne für diesen Soundtrack des Sommers. „A music souvenir of the movie with something for everyone“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Doch, eins noch: es gibt als Booklet ein aufklappbares Poster zur Beglückung des Kinderzimmers.
Ich habe den Film noch nicht gesehen, freue mich aber jetzt umso mehr drauf.