Sin-Atra

Frank Sinatra hat in seiner langen Karriere viel über sich ergehen lassen müssen – und doch sind die von ihm interpretierten Songs bis heute unverwüstlich, auch dann, wenn Stars der aktuellen Musikszene sich an ihnen vergehen. Nun versucht die vereinte Heavy-Metal-Szene an seinem Thron zu rütteln. Ist ja auch komisch, dass bisher niemandem aufgefallen ist, welch schönes Wortspiel man mit dem Nachnamen von "Ol‘ Blue Eyes" machen kann.
"Sin-Atra" heißt also die Zusammenstellung, in der sich einige Künstler dem großen Meister widmen. Eine Hommage soll es sein – doch ich muss sagen: das gelingt nur in wenigen Fällen. "New York, New York" in der Interpretation von Devin Townsend hat eindeutig was von einer Parodie. Und so wandeln alle Tracks an der Grenze von Hommage und Parodie. Doch es gibt einige wirklich gelungene Songs. Geoff Tate überzeugt mit "Summerwind" und auch "The Lady Is A Tramp" wird zum energiegeladenen Hardrock-Kracher. "Strangers In The Night" liegt aber nervig irgendwo zwischen Manowar und Musical und lässt mir kalte Schauer über den Rücken laufen. Dann schon lieber Franky Perez‘ Aggro-Performance von "High Hopes".
Als witziger Bonus-Track auf einem regulären Metal-Album dürften die Songs allesamt durchgehen und viele zum Schmunzeln bringen. In dieser geballten Konzentriertheit allerdings ist das absolut nicht mein Fall. Beeindruckend allerdings die Anzahl der beteiligten Genregrößen: Geoff Tate, Tim Owens, Joey Belladonna und Ritchie Kotzen – damit sind lange noch nicht alle genannt. Für Metalfans, die mal ein Stück über den Tellerrand hinaus blicken wollen.