Various Artists

Sweeney Todd - The Demon Barber Of Fleet Street (OST)

Veröffentlicht: 15.02.2008 / Nonesuch / Warner Music

Von: Andreas Weist

Various Artists

Wenn Kultregisseur Tim Burton und Johnny Depp filmisch zusammen arbeiten, wissen wir im Prinzip, was dabei heraus kommen muss: ein cineastisches Meisterwerk. Selbst eine morbide Musical-Verfilmung, bei der Meister Depp höchstpersönlich zum Mikro greift, kann hier nur in die Geschichte eingehen (und in Bälde die entsprechenden Trophäen einfahren).

Die Figur des Sweeney Todd als mordender Barbier tauchte schon im 19. Jahrhundert in diversen Veröffentlichungen auf. Der weltbekannte Komponist Stephen Sondheim griff die Geschichte 1979 auf und formte sie zu einem Musical, das den Broadway eroberte. Die Kunstform des „Grusicals“ erlebte schon lange zuvor mit „The Rocky Horror Show“ ihre Blütezeit und sollte später mit „Tanz der Vampire“ einen hochkarätigen deutschen Vertreter bekommen.

„Sweeney Todd – The Demon Barber Of Fleet Street“ spielt in London. Der Hauptfigur Benjamin Barker wird durch Richter Turpin (Alan Rickman) übel mitgespielt, indem dieser ihn in den Kerker werfen lässt um sich ungestört an die hübsche Ehefrau ranzumachen. Nach 15 Jahren Gefängnis kehrt Barker zurück, muss erfahren, dass seine Frau sich das Leben genommen hat und seine Tochter vom Richter gefangen gehalten wird. Ein feiner Plot also für die typische Rachestory. Und die Rache hat’s in sich: Barker eröffnet als Sweeney Todd einen Barbiersalon und liefert Witwe Lovett (Helena Bonham Carter) Fleisch für ihre leckeren Pastetchen. Hmmm.

Das allein gibt schon genug Stoff für ein schönes Filmchen, das ab 21. Februar auch die deutschen Kinos erobern wird. Aber vorerst müssen wir uns mit dem Soundtrack begnügen. Johnny Depp, Helena Bonham Carter und Alan Rickman: die Stars singen selbst und brauchen sich dabei hinter einem regulären Musical-Cast beileibe nicht zu verstecken. Vor allem Depp als Sweeney legt ein Stimmvolumen an den Tag, das ich niemals von ihm erwartet hätte. Was kann der Kerl eigentlich nicht?

Okay. Die CD-Version ist zunächst mal nur was für Komplettisten – oder zum Einstimmen auf einen klasse Film. Die Musik wirkt zwar auch ohne Bilder, ist aber doch sehr melancholisch, getragen und düster. Eigentlich nicht vergleichbar mit den üblichen Musical-Geschichten. Doch andererseits lässt sie einen auch nicht mehr los und könnte nach dem Kinobesuch dazu beitragen, die Zeit bis zum DVD-Release zu überbrücken. Ein musikalisches Highlight – nicht nur für Musicalfreunde.

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