The Best Is Yet To Come

Cy Coleman, der erst als Jazzpianist bekannt wurde, schrieb Songs für Frank Sinatra, Ella Fitzgerald und Barbra Streisand. Bevor er schließlich in den sechziger Jahren einer der bekanntesten Broadway Musical-Autoren wurde. Auf "The Best Is Yet To Come" versammeln sich junge und etablierte Sängerinnen, um den 13 ausgewählten sentimentalen Liebesliedern, den sogenannten Torch Songs, neues Leben einzuhauchen. Mal sehnsüchtig, mal trotzig, aber immer mit viel Gefühl.
Madeleine Peyroux klingt ganz klassisch, als wäre sie eine Weggefährtin von Billie Holiday, wenn sie, mit einem Hauch Südstaaten-Rauchigkeit in der Stimme, "I Live My Love" intoniert. Sehr zeitgemäß hingegen klingt Jill Sobule's "I've Got Your Number", mit seinem gesprochenen Intro würde der Song auch auf jeder modernen Jazzplatte eine gute Figur machen. In düster-verschleppter Tragik ergeht sich Ambrosia Paisley in "Then Was Then And Now Is Now" in. Nach dieser stimmungsvollen Melancholie geht es mit beschwingten Boss-Nova-Rhythmen weiter. Denn Julianna Raye gibt sich in "I'm Gonna Laugh You Right Out Of My Live" kämpferisch.
Gleich zwei Songs, der bekanntermaßen ebenso talentierten, wie streitbaren Fiona Apple – "Why Try To Change Me Now" und "I Walk A Little Faster" – finden sich auf der Compilation. Für Apple-Fans sicher ein mehr als willkommenes Lebenszeichen, nach vier Jahren absoluter Funkstille aus dem Hause Apple. Den Abschluss macht die junge Australierin Missy Higgins, in ihrer Heimat bereits ein Star, aber die Eroberung der Rest der Welt lässt noch auf sich warten. In "(I'm) In Love Again" macht sie schon mal Appetit auf mehr mit ihrem dramatischen Finish.
Die 13 Songs – mit viel Liebe ausgewählt aus dem Coleman Gesamtkatalog, der rund 2000 Songs beinhaltet – bieten genug Abwechslung, um zu unterhalten, und behalten dabei aber eine gewisse Einheit bei. Was nicht nur am gemeinsamen Grundthema, der Torch Songs liegt. Vielmehr ist es der cleveren Produktion zu verdanken, dass die Compilation derart stimmig geraten ist. Produzent Dave Palmer, der schon mit Aimee Mann oder Rufus Wainwright gearbeitet hat, ist der Kopf hinter dem Projekt. Aufgenommen mit erstklassigen Session-Musikern wie Benmont Tench (Tom Petty & The Heartbreakers) ist "The Best Is Yet To Come" eine sehr schön gemachte Compilation, die zum einen dazu einlädt sich dem Werk Cy Colemans näher zu widmen und die ein oder andere der erstklassigen Frauenstimmen im Auge zu behalten.