Twilight – Biss zum Morgengrauen (Soundtrack)

Die Romanreihe „Twilight“ ist eine amerikanische Jugendbuch-Serie der Autorin Stephenie Meyer. Der Name ist kein Druckfehler – die Gute heisst wirklich so, da sie nach ihrem Vater Stephen benannt ist. Die Story der Bücher handelt von der Liebe eines „normalen“ jungen Mädchens zu einem Vampir. Nicht gerade originell, aber in der Symbiose von Lovestory und Gruseleffekten zumindest sehr jugendgemäß. Die Verfilmung des ersten Bands der vierbändigen Geschichte kommt im Januar unter dem Originaltitel „Twilight“ in die deutschen Kinos, der mir um Längen besser gefällt als das bemühte Wortspiel „Bis(s) zum Morgengrauen“.
Der Soundtrack wartet mit einigen hochkarätigen Bands auf und schaffte es in den USA aus dem Stand auf Platz 1 der Billboard-Charts. Muse sind mit dem starken „Supermassive Black Hole“ vertreten, dass durch Bellamys extrem hohe Vocals einen ganz besonderen Opener bietet. Linkin Park tragen „Leave Out All The Rest“ bei und Collective Soul geben mit „Tremble For My Beloved“ einen sehr sphärischen Einblick in ihr Werk. Mutemath und Perry Farrell liefern gar brandneue Songs zum Thema ab. Und dann ist da noch Hauptdarsteller Rob Pattinson, der bei der Gitarrenballade „Never Think“ eine sehr gute Figur abgibt. Eine Stimme, die wahrlich Gänsehaut verursacht. Iron & Wine runden das balladeske Paket der Schlusssequenz durch das melancholische „Flightless Bird, American Mouth“ ab, bevor Carter Burwell mit „Bella’s Lullaby“ – einem echten Stück instrumentaler Filmmusik – das Album beschließt.
Ein besonderes Augenmerk möchte ich aber auf Paramore richten, die einzige Band, die mit zwei Songs („Decode“ und „I Caught Myself“) vertreten ist. Die eindringliche Stimme der jungen Sängerin Hayley Williams in Verbindung mit rockigen Gitarrentönen ist wie geschaffen für diesen Soundtrack. Es macht großen Spaß, dem Vierer aus Tennessee zu zuhören.
Insgesamt gelingt dem Soundtrack das, wofür er gedacht ist – nämlich die leicht gruselige Atmosphäre im Dunstkreis einer emotionslastigen Teenie-Geschichte musikalisch umzusetzen. Dazu tragen gefühlvolle Balladen ebenso bei wie die aufrührerischen Töne von Linkin Park und Paramore. Und ein weiterer Effekt ergibt sich ganz nebenbei: Junge Menschen werden über den Soundtrack zu einem ihrer künftigen Lieblingsfilme mit genialen Bands bekannt gemacht. Das ist doch was!