WM Rockparty 2010 (2 CD)

Die Klänge des Eurovision Song Contest sind langsam aber sicher verklungen. Trotz der Freude über Deutschlands Sieg sollten wir uns nun neuen Glanztaten zuwenden: der WM 2010. Wie üblich jagt wenige Wochen vor Beginn der großen Fußball-Show ein WM-Song den anderen. Und alles vereint findet sich auf der ungezählten Sampler-Schar: "Fetenhits Fußball", "Ballermann Fußball Party", "Fußball Party Hits", "Kinderfete Fußball Hits", "Fußball Megamix" – und das ist nur eine kleine Auswahl. Okay, dachte ich, einen will ich reviewen. Und die Wahl fiel auf Warners "WM Rockparty 2010". Warum? Weil gefälligst Musik drauf sein soll, die sich auch sonst in meinem Player findet. Also einige Lichtblicke – musikalische Oasen – die zwischen Ballermann und Fankurve den Ohren etwas Erholung gönnen, wenn die CDs komplett durchlaufen.
Auf dem vorliegenden Sampler sind dies auf jeden Fall Sasha ("This Is My Time"), Deep Purple ("Smoke On The Water"), Black Eyed Peas ("I Got A Feeling", leider in der Remixversion), Gossip ("Heavy Cross"), Peter Fox ("Alles neu"), Xavier Naidoo (klaro: "Dieser Weg") und Foreigner ("Urgent"). Kleine Inseln der Glückseligkeit, die das Durchhören erleichtern.
42 Songs auf zwei CDs teilen sich in vier Kapitel ein. Die Parolen mit Ausrufezeichen: "Aufwärmen! ", "Anpfiff! ", "Schlussoffensive! " und "In der Fankurve! ". Letzteres lässt Schlimmes ahnen und bringt dann auch die Songs, die man erst nach zehn Bier richtig zu würdigen weiß: "Oh wie ist das schön" von Mickie Krause, das unvermeidliche "Fliegerlied", "Die Hände zum Himmel" und zu allem Überfluss die Nationalhymne in der Version des Telefunken Orchesters. Vorher wurde die Partyfraktion schon mit "Hey Baby", "Carneval 2002", "Azzurro" (zum Glück von den Toten Hosen) und "Finale" belustigt. Es finden sich aber auch rockig-poppige Fußballhymnen, die sich zu Recht in den Gehörgängen festsetzen wie "Seven Nation Army" in der Punk Divison-Version, das originelle "Cry Out WM 2010" von Dellé, Bob Sinclairs "Love Generation" und Shaggys "Feel The Rush". Selbst Oli Pocher darf erneut "Bringt ihn heim" beschwören.
Wer ohne DJ eine abwechslungsreiche Party zum Vorglühen und zur alkoholischen Nachbereitung gestalten will, mag sich hier durchaus wiederfinden.