I Look To You

Neben Mariah Carey gehört Whitney Houston zweifellos zu den weltweit erfolgreichsten R´n´B- Sängerinnen. In den letzten Jahren hatte sie allerdings hauptsächlich mit Drogen- und Eheproblemen für Schlagzeilen gesorgt. Doch beides scheint nun überwunden, und Whitney präsentiert nach sechs Jahren Pause mit "I Look To You" endlich wieder ein neues Studioalbum.
Ihre Stimme klingt ein wenig rauer als gewohnt und die jubelnden Höhen fehlen, aber Whitney Houston bietet auch auf dem aktuellen Album eine gelungene Mischung aus emotionalen Balladen und rhythmischem R´n´B. Die Musik stammt von einem ganzen Heer erfahrener Songwriter – sogar Alicia Keys, Diane Warren und R. Kelly steuerten Titel bei. Aber auch die Künstlerin selbst hat an einigen Stücken mitgeschrieben, unter anderem zusammen mit Sänger Akon das bereits 2008 als Single erschienene "Like I Never Left"
Mit "Million Dollar Bill", "Nothin´ But Love" und "For The Lovers" hat das Album auch einige richtige Up-Tempo-Nummern zu bieten, die Whitney sehr locker rüberbringt - allerdings klingen vergleichbare Titel von jüngeren Kolleginnen wie Leona Lewis oder Jordin Sparks doch irgendwie frischer und authentischer. Überzeugend sind dagegen vor allem die ruhigeren Stücke. Bestes Beispiel dafür ist der Titelsong "I Look To You", eine wunderschöne Piano-Ballade, deren Text sowohl als Liebeslied als auch religiös gedeutet werden kann. Aber auch "Call You Tonight" und "I Didn´t Know My Own Strength" sind absolute Anspieltipps. Spannend ist "A Song For You", das sich nach einem ruhigen und gefühlvollen Anfang mit Keyboard und Streichern plötzlich zum Dance-Track entwickelt.
Insgesamt ein gut gelungenes R´n´B- Album, mit dem sich Whitney Houston hier zurück meldet. Ihre Fans wird sie mit "I Look To You" sicher begeistern, und mit den schönen Balladen festigt sie ihren Status als Soul-Diva. Fraglich ist allerdings, ob sie sich damit bei der jüngeren Generation gegen die wachsende Konkurrenz von Casting-Show-Gewinnerinnen durchsetzen kann.