Live At Babeville

Ani DiFranco live, immer ein Erlebnis! Und wenn das dann noch in einer zur Konzerthalle umfunktionierten Kirche – die vor einiger Zeit noch zum Abriss freigegeben wurde – in der Mitte von Anis Heimatstadt Buffalo stattfindet, kann das Loblied bereits beim Gedanken daran angestimmt werden. Geschehen ist das Ganze so am 11. und 12. September 2007 in dem mittlerweile in "Babeville" umgetauften ehemaligen Gotteshaus. Für alle die an diesem Abend nicht das Glück hatten vor Ort zu sein, macht sich nun die Anwesenheit von diversen Kameraleuten und ähnlichen professionellen Mitschneidern bezahlt, die DVD “Live At Babeville“ zeigt nämlich Ausschnitte der beiden ausverkauften Gigs.
Zusammen mit ihrer aktuellen Liveband – Todd Sickafoose (Bass), Allison Miller (Schlagzeug) und Mike Dillon (Vibraphon, Percussion) – nimmt Ani (Gesang, Gitarre) uns hier mit auf eine Rundreise durch ihr bisheriges Schaffen. Der urbane weibliche Troubadour spart glücklicherweise nicht an älteren Songs – meist in neuen Arrangements – und präsentiert sogar zwei bisher unveröffentlichte Stücke. Die Songauswahl ähnelt einer Retrospektive und ist somit auch etwas für Ani-Einsteiger. Man bekommt eine in Topform auftretende DiFranco, mal überschwänglich, mal nachdenklich, mal gerührt, mal wütend, mal schlitzohrig, mal albern (alles z.B. im fabelhaften “Fuel“ zu finden), aber immer die pure Ani! Fans dürfen hier keine Sekunde zögern und solche die es werden wollen sollten das besser auch nicht tun. Auf “Live At Babeville“ bekommt man einen starken Eindruck einer bärenstarken Musikerin – die sechs anwesenden Kameraleute und der 5.1. Surround Sound sorgen obendrein für eine runde und qualitativ hochwertige technische Umsetzung des Unternehmens Live-DVD.
Als Bonusmaterial hält die Veröffentlichung neben gut 15 Minuten Extravideomaterial (u.a. ein kleines dreiminütiges Interview mit Ani und einige großartige Soundcheckszenen) noch ein ganz besonderes Schmankerl bereit. Damit man zumindest Teile der 18 Tracks auch im CD-Player hören kann, liegt der DVD eine zehn Songs starke Bonus-CD bei – sozusagen die Auswahl von der Auswahl. Und genau das ist an “Live At Babeville“ dann letztlich auch mein einziger Kritikpunkt: ein komplettes Konzert herauszubringen und nicht Teile von zwei Shows zusammenzukleben funktioniert bei Liveveröffentlichungen doch immer am besten und authentischsten. Nichtsdestotrotz, ein wunderbarer Konzert(e)film ist’s geworden!