Beyoncé

I Am...Yours – An Intimate Performance at Wynn Las Vegas

Veröffentlicht: 20.11.2009 / Columbia / Sony Music

Von: Astrid Weist

Beyoncé

Beyoncé Knowles gehört zu den Künstlern, die eine erfolgreiche Karriere in einer Band mit einer fast noch erfolgreicheren Solokarriere toppen konnten. Nach ihrem aktuellen Doppel-Album "I Am .. Sasha Fierce" veröffenlicht sie nun mit der DVD "I Am... Yours" die Aufzeichnung eines einmaligen Auftrittes in Las Vegas.

Die DVD bietet ein ganz besonderes Konzerterlebnis, aufgeteilt wie ein Theaterstück in zwei Akte und ein Zwischenspiel. Dem Titel des ersten Akts "Intimate..." wird Beyoncé bereits mit dem Opener "Hello" gerecht, zu dem sie durchs Publikum einzieht und rechts und links ihre Fans mit Handschlag begrüßt. Auch auf der eher kleinen Bühne geht es kuschelig zu – neben einer komplett weiblich besetzten Band hat die Sängerin noch Streicher und eine Harfenistin mitgebracht. Sie selbst agiert immer am vorderen Bühnenrand, fast auf Tuchfühlung mit dem Publikum, und präsentiert eine Reihe eher ruhiger Songs mit überwiegend akustischen Arrangements, beginnend mit dem aktuellen Hit "Halo". Bei "Irreplacable" wird das Publikum zum Mitsingen animiert und in "If I Where A Boy" überrascht Beyoncé mit männlichen Posen und einer eingeschobenen Coverversion von "You Oughta Know".

Anschließend gibt es den ersten Kostümwechsel –  von insgesamt nur zweien, erstaunlich wenig für eine Künstlerin diesen Kalibers. Überhaupt wird auf Effekte bisher ganz verzichtet, abgesehen von der beeindruckenden Light-Show. Schön ruhig geht es auch mit den Balladen "Scared Of Lonely", "That´s Why You´re Beautiful" und "Satellites" weiter. Für ihrer erste Live-Performance von "Resentment" setzt sich die Sängerin dann sogar auf die Stufen zur Bühne und singt mit einem Ausdruck, der für die etwas holprige Gitarrenbegleitung voll und ganz entschädigt.

Mit der "Intermission" kommt dann Schwung in den Abend. Beyoncé singt und swingt mit dem Publikum, geht zu einer wirklich großartigen Jazz-Improvisation über und performed dann "Deja Vu" mit viel Elan. Schließlich gibt es noch eine tolle Tanzeinlage von drei Stepptänzern, bevor es mit dem zweiten Akt "Storytelling" weitergeht. Hier erzählt die Sängerin humorvoll die Geschichte ihrer Karriere, von der musikalischen Inspiration durch die Jackson Five über ihre Zeit mit Destiny´s Child bis hin zu den aktuellen Erfolgen. Das Ganze wird natürlich illustriert mit den passenden Songs und von einer perfekten Choreographie begleitet. Drei Tänzerinnen übernehmen die Rollen ihrer wechselnden Kolleginnen bei Destiny´s Child und lassen Hits wie "Bug A Boo", "Say My Name", "Bootylicious" und "Survivor" wieder aufleben. Den Übergang zur Solokarriere markieren dann "Work It Out", "Crazy In Love" und "Naughty Girl", bevor es Beyoncé  zum Finale mit "Single Ladies (Put A Ring On It)" nochmal richtig krachen lässt.

Als Bonus gibt es noch die 23minütige Dokumentation "What Happened In Vegas" über die Vorbereitungen und Proben zu dieser einzigartigen Show. Hier erlebt man Beyoncé als sehr anspruchsvolle Künstlerin, die genau weiß, was sie will und dafür auch mal die Vorstellungen ihrer Mitarbeiter komplett über den Haufen wirft. Aber sie kommt nie wie eine Diva rüber, weil sie diese großen Ansprüche auch an sich selbst stellt und mit ihrer ganzen Crew die wenigen Tage in Las Vegas sehr hart arbeitet. Angesichts der kurzen Vorbereitungszeit muss man die Leistung aller Beteiligten bei der Show umso mehr bewundern. Und wenn sich alle vor Konzertbeginn zum gemeinsamen Gebet versammeln, bekommt man als Zuschauer schon etwas Gänsehaut...

Natürlich ist alles, was ein Künstler der Öffentlichkeit präsentiert, ein Stück weit inszeniert - aber "I Am... Yours" ist trotzdem mit das Persönlichste, was ich je von einer Sängerin dieser Größenordnung gesehen habe. Beyoncé wirkt sowohl bei der Show als auch in der Doku sehr sympathisch und vor allem authentisch und vermittelt großen Respekt vor ihrer künstlerischen Leistung. Diese DVD ist selbstverständlich ein Muss für alle echten Fans – darüber hinaus ist sie aber auch eine spannende Dokumentation aktueller Musikgeschichte.

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