Live At Madison Square Garden

Gerade lassen Bon Jovi in den Charts ihr aktuelles Werk "Circle" abfeiern, da beteiligt sich auch eine DVD-Veröffentlichung am Angriff auf die Geldbeutel der Fans. "Live At Madison Square Garden" bildete das Abschlusskonzert der "Lost Highway"-Tour und fand auf den Tag genau 19 Jahre nach ihrem ersten Auftritt in der legendären New Yorker Location statt. Am 15. Juli 1989 hatte die Band um Jon Bon Jovi und Richard Sambora gerade mit "Slippery When Wet" und "New Jersey" den Rockolymp erklommen. 2008 kann sie auf eine inzwischen 25jährige Geschichte zurück blicken.
Die Heroen stehen sichtlich glücklich auf einer Bühne mit durchsichtigen Projektionsflächen inmitten des Publikums. Beginnend mit dem Titeltrack des damals aktuellen Albums liefern sie eine Setlist ab, die die wichtigsten Phasen der langen Karriere abdeckt, von "It’s My Life" über "Keep The Faith" und "Have A Nice Day" bis hin zum Klassiker "Livin‘ On A Prayer". Da bleiben kaum Wünsche offen.
Jon Bon Jovi legt mit seiner in allen Punkten hervorragend besetzten Musikerschar, allen voran Gitarrenlegende Richie Sambora, eine rockige Show hin, bei der er vor allem als Shouter ohne übertriebene Showeinlagen glänzt. Das Konzert lebt von seiner Bühnenpräsenz und den recht euphorisch vorgetragenen Songs. Balladeske Parts ("Living In Sin", "Always") trägt er mit geschlossenen Augen vor und bringt die Menge sichtlich zum Träumen. Zu Beginn von "Blood On Blood" geht er allein mit seiner Gitarre bewaffnet auf Tuchfühlung zu den Fans und begibt sich dann auf Abklatsch-Tour ins Publikum. So zelebriert man die pure Fan-Nähe.
Gelungene Coverversion ist das nur von Piano und Violine begleitete "Hallelujah" (im Original von Leonard Cohen – warum erwähne ich das überhaupt?), dem Jon Bon Jovi den Touch einer markanten Rockballade mitgibt. "Wanted Dead Or Alive" leitet schließlich mit dem Bekenntnis "I’m A Cowboy" die Schlussphase ein. Das a cappella vorgetragene Intro zu "Livin‘ On A Prayer" löst einen gewaltigen stimmlichen Orkan der Zuschauermassen aus und macht den Song zum gelungenen Schlusslicht der DVD nach zwei Stunden Konzertlänge.
Unverständlich allerdings, dass die ebenfalls zu diesem Auftritt gehörenden Stücke "You Give Love A Bad Name", "Runaway" und "Bed Of Roses" nur als einzeln anzuwählende Bonustracks enthalten sind. Es sind ja nun beileibe nicht irgendwelche Songs, sondern konstante Konzerthighlights. Und qualitative Abstriche kann ich auch nicht ausmachen.
Zusätzliches Bonusmaterial gibt es nur in der Blue-ray-Version. Sehr schade, denn die Doku "When We Were Beautiful" hätte sicher auch dem DVD-Release gut zu Gesicht gestanden. Für einen gelungenen Konzertabend im heimischen Wohnzimmer reicht der vorliegende Mitschnitt aber allemal. Zurücklehnen und genießen!