The Femme Fatale Tour

Vor, während und nach Britney Spears-Konzerten schlagen die Wellen hoch und es wird viel diskutiert. Hat die Sängerin live gesungen? Ist sie körperlich fit? War die Show nicht nur eine große Effekthascherei? Eins ist gewiss: Wenn sich die Pop-Ikone auf Tour begibt, wird jedes ihrer Konzerte zum Spektakel.
"Femme Fatale" heißt das aktuelle Album (das mal wieder viel besser ist, als viele ihr zugetraut und gegönnt hätten) und denselben Titel trägt auch die Tour. So wird das Konzert in eine verspielte Story aus dem Film-noir-Genre eingebettet. Britney auf der Flucht, dargestellt in einem hektischen Video-Intro. Und dann erscheint sie leicht bekleidet in einem gigantischen Bühnenbild, das aus dem Musical "Chicago" stammen könnte
Die Show in Toronto ist erstklassig – ohne Frage. Es gibt eine gute Mischung aus aktuellen Songs und Hits wie "Piece Of Me", "Gimme More", "...Baby One More Time", "Womanizer" und "Toxic". Bisweilen geht alles zu schnell. Obwohl Britney ständig das Outfit wechselt oder kleineFilme eingespielt werden, bleibt kaum Zeit für ordentliche Übergänge. Das überfrachtet den Zuschauer nicht nur im Konzert, sondern auch am heimischen Bildschirm. Immerhin sind die Choreographien und auch die Ausstattung mit Kostümen, Tänzern und Requisiten ganz groß. Da lässt sich Britney nicht lumpen.
Bleibt die Gretchenfrage, ob sie selbst singt. Die beantwortet sich im DVD-Format zumindest dadurch, dass eindeutig eine Vokalspur über den originalen Mitschnitt gelegt wurde. Das kann man bisweilen an der fehlenden Synchronität erkennen. Wenn sie beweisen will, dass sie im Konzert selbst singt, sollte sie das nicht zulassen.
Alles in allem gefällt mir aber die DVD. Sie gibt einen guten Eindruck von Ablauf und Stimmung der 2011er Show. Und man sieht, dass man ihr doch noch ein äußerst kurzweiliges Spektakel zutrauen kann. Wenn es auch nach gut 86 Minuten zu Ende ist. Als Bonus gibt es immerhin die Videos zu "Hold It Against Me", "Till The World Ends", "I Wanna Go" und "Criminal".