David Bowie

Serious Moonlight

Veröffentlicht: 10.03.2006 / EMI

Von: Stefan Heyer

David Bowie

Nachdem der Thin White Duke sich Mitte der Siebziger nach Kokain und Phillysound Ausschweifungen von L.A. nach Berlin aufmachte um seine "Berlin" Triologie aufzunehmen (Low, Heroes, Station To Station, neben der Hunky Dory seine besten LPs) und Nase pudern gegen Trinken mit Iggy Pop eintauschte, gelang ihm 1980 mit Scary Monsters ein weltweiter kommerzieller Höhepunkt. 1981 war er der coolste Fucker auf Erden, courtesy of Christiane F Soundtrack und "Heroes" Camo im Film. 1983 dann die Weltherrsachaft. Sein kommerzieller Peak. Das "Let´s Dance" Album. China Girl, Let´s Dance, Modern Love... Mit Nile Rogers von Chic den goldrichtigen Produzenten zur Seite, der ihm den Funk und Groove wiedergegeben hat.

Diese DVD fängt Bowie auf der "Serious Moonlight" Welttour dazu ein. In Vancouver, Kanada. Zum damaligen Zeitpunkt das fetteste, was ein Popartist auf die Beine gestellt hat. Megastardom. Haarschnitte mal aussen vor, ist hier alles vom Feinsten. Es gibt 20 Tracks quer durch sein Schaffen, ein tolles Best of Programm, von der damals aktuellen "Let´s Dance" nur die Highlights. Plus einige Nuggets wie das Velvet Underground Cover "White Light/White Heat". Alles mit einem 80ies funky Vibe gespielt, was nicht immer kickt (zB bei Heroes), aber Bowie ist hier so der Meister, so selbstsicher, so abstrakt cool, es gibt kein Entrinnen.

Irgendwie natürlich auch tragisch, da man ja weiss, das es danach in die Abgründe der 80er ging und Bowie nur noch Bullshit produzierte um es mal hart zu sagen und bestenfalls in den 90ern bemüht-normales Zeugs ("Ich steh jetzt mal auf Drum & Bass") rausgehauen hat. Aber egal, er wird immer der Chef bleiben, derjenige welcher Pop Musik eine mystische Aura gegeben hat, mit einem der kultigsten Filmauftritte ever auf seinem Konto (Der Mann der vom Himmel fiel), einer DER stilbildenen prä-Wave Scheiben (Low) und in den 70ern schlicht der Bursche gewesen ist, der die Epoche mit seinen Songs und Alben wie kein anderer geprägt hat.

Ach ja: Als Bonus kommt dann noch die 78 minütige Tourdoku "Ricochet" dazu was sehr schön ist und halt das komplette Konzert, was bei einer früheren Version dieser DVD nicht der Fall war. Laufzeit 173 Minuten (value for money)!

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