Folk's Not Dead

Die Pioniere des Speedfolk feiern dieser Tage ihren zwanzigsten Geburtstag. Grund genug für die Band aus Erlangen, dieses Ereignis mit einer Jubiläums-Live-DVD zu begehen. Die unzähligen Studioalben der Band stießen zwar nie in höchste Chart-Sphären vor, die ausgewogene Mischung aus Folkrock, Metal, Punk und Reggae bescherte ihnen aber über die Jahre eine begeisterte Anhängerschaft, die dem Ruf zum Jubelkonzert gerne folgte.
Das Sextett bringt wie immer jede Menge Spaß auf die Bühne und nutzt dabei ebenso das klassische Rock-Instrumentarium wie traditionelle Folkinstrumente, beispielsweise die griechische Bouzouki oder das irische Bodhran. So werden Traditionals und der typische Irish Folk ebenso gespielt wie selbst verfasste Songs mit Vollgas-Charakter.
Die Band lud für den 18. und 19. März 2010 ins Erlanger E-Werk und damit an den Ort, wo vor 20 Jahren alles begann. Beginnend mit den Krachern "Life Full Of Pain" und "Sporting Day" spielt man sich 90 Minuten lang in einen musikalischen Rausch, der Klassiker wie "Rose In The Heather" und "The Night Pat Murphy Died" beinhaltet – ebenso die titelgebende Hymne "Folk’s Not Dead". Der Spaß gipfelt schließlich nach 22 Songs in das fulminante Finale "Bugger Off".
Die Show kommt ton- und lichttechnisch in guter Qualität daher. Highlights sind die Gastauftritte befreundeter Kollegen wie Birgit Muggenthaler (Schandmaul), Benni Cellini (Letzte Instanz) und Simon Michael (Subway to Sally). Zudem legt der legendäre Folk Raider einen gewohnt lustigen Gastauftritt hin.
Wie vor Jahren schon New Model Army sind Fiddler’s Green an den Konzertabenden überraschend als eigene Vorband aufgetreten und haben neben dem Hauptkonzert eine halbstündige akustische Einlage gespielt. Auch dieser Set (mit einigen Dopplungen zum Hauptset) ist komplett enthalten und zeigt die Band von ihrer besten Seite.
Als Bonusmaterial gibt es ein "Making Of", Snippets aus der Bandhistorie und zwei Videoclips ("Bugger Off" und "Folk’s Not Dead"). Zudem finden sich noch einige Gratulationsvideos befreundeter Bands. Alles in allem ein schönes Erinnerungsstück – wobei wir allerdings mal davon ausgehen, dass die Truppe noch viele weitere Jahre Musik machen wird.