Jeff Beck

Performing This Week... Live At Ronnie ScottÂ’s Jazz Club

Veröffentlicht: 24.04.2009 / eagle vision / edel records

Von: Andreas Weist

Jeff Beck

Fast 40 Jahre nach seinen umjubelten Auftritten im Londoner Marquee Club (kurz bevor Rod Stewart und John Wood aus der Jeff Beck Group ausstiegen) residierte der Ausnahmekünstler im November 2007 für eine ganze Woche im nur wenige Meter entfernten "Ronnie Scott’s Jazz Club". Fast 50 Jahre lang existiert dieser Club nun schon und hat Koryphäen wie Dizzy Gillespie, Miles Davis und Chick Corea gesehen.

Gitarrenvirtuose Beck präsentiert sich hier mit einer fantastischen Liveband. Drummer Vinnie Colaiuta und Keyboarder Jason Rebello sind zu dieser Zeit schon zwei Jahre dabei und liefern eine fantastische Arbeit. Die Augen der Zuschauer sind aber auf die 21jährige australische Bassistin Tal Wilkenfeld gerichtet, die zuvor schon mit Chick Corea auf Tour war und der die Freude ins Gesicht geschrieben steht, hier neben dem 42 Jahre älteren Jeff Beck ihr unglaubliches Talent unter Beweis stellen zu dürfen.

Neben den genial interpretierten Instrumentals aus der Feder von exorbitanten Songwritern wie Jimmy Page, John McLaughlin, Stevie Wonder und Billy Cobham (um eine Auswahl zu nennen) gibt es eine Reihe von Gastauftritten. Da ist zunächst Soulqueen Joss Stone, die eine energiegeladene Version von Mayfields "People Get Ready" abliefert. Sehr emotional geht die britische Sängerin und Komponistin Imogen Heap zu Werke, die ihren sanften Song "Blanket" und später das abrockende "Rollin‘ And Tumblin‘" interpretiert. Und zu "Little Brown Bird" und "You Need Love" entert schließlich Eric Clapton die Bühne und liefert neben der gewohnt guten Gesangsleistung auch ein feines Gitarrenduell mit Beck ab.

Instrumentaler Höhepunkt ist ohne Zweifel die Performance von "A Day In The Life", die Beck in sich versunken startet und bei der er im Lauf des Songs immer stärker aus sich rausgeht. Nach über 100 Minuten und 21 Songs beschließt Jeff Beck allein – nur von getragenen Keyboardklängen unterstützt – mit dem atmosphärischen "Where Were You" den Set und entlockt einmal mehr der Gitarre eine unglaubliche Palette von Tönen. Die augenscheinliche Nähe zum Publikum, das quasi die Protagonisten auf der Bühne in greifbarer Nähe hat, macht dieses Konzert zu einem ganz besonderen Erlebnis.

In einem 30minütigen Interview lässt sich Beck ausführlich zum Club "Ronnie Scott‘s", zur Band und den Gästen aus. Zudem gibt es Kommentare zu allen Tracks der DVD, die auch kurz angespielt werden. Ein 6minütiges Interview mit der Band zeigt deren Sicht zum Club und zu der Tatsache, dort fünf Abende in solch intimer Atmosphäre zu spielen. Man kann die Emotionen nachvollziehen und die Äußerungen, was es bedeutet, Becks Musik zu spielen. Die DVD gibt einen hervorragenden Eindruck davon und sollte den Weg in die Regaler aller Liebhaber guter Gitarrenmusik finden.

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