Kings Of Leon

Talihina Sky

Veröffentlicht: 28.10.2011 / Sony Music

Von: Andreas Weist

Kings Of Leon

Die Geschichte der Kings Of Leon ist eine ur-amerikanische Geschichte. Darauf stößt man schon, wenn man mit Staunen bemerkt, dass alle Bandmitglieder den Nachnamen Followill tragen. Caleb (voc), Jared (bass) und Nathan (drums) sind Brüder, Matthew (git) ist ihr Cousin. Der Vater der drei Jungs war ein Wanderprediger, der sich schließlich in Nashville niederließ. So machten sie ihre ersten musikalischen Erfahrungen auch eher in kirchlichen Gefilden.

Die Dokumentation "Talihina Sky" erzählt die Geschichte von den Anfängen bis in die von Fans umjubelte Gegenwart. Es beginnt ganz klischeehaft mit Einblicken in die ländliche Idylle. Die Söhne werden als Stolz der sehr religiösen Familie vorgestellt und auch die ärmlichen Verhältnisse ihrer Herkunft spielen eine Rolle. Geschichte und Hintergründe werden visualisiert durch alte Home Videos, aktuelle Bandaufnahmen und Interviews mit Weggefährten. Auch heikle Themen wie Drogenkonsum und Familienstreitigkeiten spart man dabei nicht aus.

Der Film zeigt Nathan, Caleb, Jared und Matthew bei ihrer Rückkehr nach Talihina im US-Bundesstaat Oklahoma, wo sich die Followills zu ihrer jährlichen Familienzusammenkunft einfinden. Die Musiker nutzen das Treffen, um einen Blick auf die Ursprünge der Band zu werfen, auf ihre streng christliche Erziehung durch den Wanderprediger Léon Followill und die Schwierigkeiten, die ihnen in ihrer Kindheit und Jugend in Oklahoma und Tennessee zu schaffen machten.

Die Countrymusik wurde den Followills schon in die Wiege gelegt und es zaubert dem Zuschauer ein breites Grinsen ins Gesicht, wenn Nate und Caleb als Duo in einer Nashville-Show auftreten und am Ende mitgeteilt wird, wo man sie für Auftritte buchen kann. Am stärksten wird die Doku, wenn Uralt-Aufnahmen mit den großen Shows als Megastars durchmischt werden. Oder wenn wir Einzelheiten zum Tourleben erfahren und dann jede Rückkehr in die Heimat als großes Fest gefeiert wird.

Der Film endet nach vielen Anekdoten mit einem Besuch der ganzen Familie auf einer der großen Hallenshows im Ford Center von Oklahoma City. 85 unterhaltsame Minuten dauert die Band- und Familiengeschichte. Einziger Wermutstropfen: Es gibt nur englische Untertitel. Wer der englischen Sprache mächtig ist, hat aber auf jeden Fall seinen Spaß. Etwas mehr Musik hätte der Zusammenstellung dann auch noch gut getan. Einen Konzertfilm darf man nun wirklich nicht erwarten.

Bonus-Bereich: Deleted Scenes und einige für sich stehende Home Movies, z.B. die Klavier spielende und singende Mutter Betty Anne. Als Teaser eine originale Dialog-Szene:

Caleb Followill: "Oooh, I wish I had some drugs. Kill some time."

Betty Ann Followill (Mom): "Caleb Followill, if you want to just waste all your brain cells the Lord gave you, and all your talent, just go ahead."

 

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