Max Raabe & Palast Orchester

Heut Nacht Oder Nie

Veröffentlicht: 30.10.2009 / SPV

Von: Jessica Walther

Max Raabe & Palast Orchester

Bei Max Raabe und seinem Palast Orchester weiß man immer genau, was man bekommt. Der Perfektionist und sein Ensemble sind bekannt für ihre durchinszenierten Shows im Stil der 20er- und 30er Jahre Tanzorchester. Max Raabe gibt den Bandleader in einer Mischung aus gelangweilter Non-chalance und lakonischem Witz, wenn er bei den Ansagen zwischen den Songs mit gekonnten Pausen und Wortwitz das Publikum zum Schmunzeln bringt.

Obwohl das Palast Orchester schon 1986 gegründet wurde, sind sie erst 1992 mit “Kein Schwein Ruft Mich An“ einem breiteren Publikum bekannt geworden. Inzwischen tourt die Band mittlerweile regelmäßig um den halben Globus. Bis nach Tokyo und in die New Yorker Carnegie-Hall haben sie es schon geschafft. Was bei der doch sehr speziellen Musik ein riesiger Erfolg ist, mit dem wohl kaum gerechnet werden konnte. Auffällig ist der Unterschied zwischen den deutschsprachigen und englischsprachigen Titeln. Der sehr akzentuierte Sprachstil Max Raabes lässt die ohnehin schon “harte“ deutsche Sprache noch ein wenig kantiger erscheinen. Umso weicher und eleganter wirken die wenigen englischen Stücke, die er singt (“I'm Singing In The Rain“, “These Foolish Things“ und “Dream A Little Dream“).

Unter der künstlerischen Leitung von Kameralegende Michael Ballhaus wurde der Abend gleich mit einer Armada von Kameras gefilmt – in der kargen schwarz-weiß Kulisse im ansonsten stilvollen Ambiente des Berliner Admiralspalastes. Neben Klassikern von Jurman und Meisel sind auch Kurt Weills “Song Of Mandalay“ und die “Tango-Ballade“ vertreten. “Klassische“ Klassiker wie “Bei Mir Bist Du Schoen“ und “Veronika, Der Lenz Ist Da“ werden ebenso gespielt. Für Abwechslung sorgt der Auftritt von Opernsänger Thomas Quasthoff bei “In Einem Kühlen Grunde“.

Bei “Wer Weint Heut' Aus Liebe Tränen“ bekommt Max Raabe erneut Gesellschaft am Mikrofon, wenn Michael Enders, Rainer Fox, Jörn Ranke, Trompete, Saxofon und Posaune beiseitelegen und mit Raabe das Mikrofon umringen. Doch auch zu viert hört man die klassisch geschulte Stimme des staatlich geprüften Baritons wunderbar heraus.

Auf der zweiten DVD gibt ein Making Of, Einblicke in die aufwändigen Aufbauarbeiten und einige Beteiligte, allen voran Max Raabe, kommen zu Wort. Er bekennt sich zu detailverliebten Proben, erzählt auf welchen Moment er in “I'm Singing In The Rain“ den ganzen Abend hinfiebert und erklärt seine Haltung beim Gesang.

Als wären zwei DVDs nicht schon genug, gibt es noch eine Bonus CD mit zehn bislang unveröffentlichten Songs, darunter “War'n Sie Schon Mal In Mich Verliebt?“ und “Rosa, reizende Rosa“, ein aufwändiges Booklet mit schönen Fotografien rundet das Paket ab.

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