Paul McCartney

The Love We Make

Veröffentlicht: 25.11.2011 / eagle vision / edel records

Von: Andreas Weist

Paul McCartney

Paul McCartney hat den Moment hautnah miterlebt, als – wie er sagt – "Amerika verletzlich geworden ist". Er war am elften September 2001 in New York und saß schon im Flugzeug, als die Passagiere von den schrecklichen Ereignissen erfuhren. Die Frage, die sich ihm auftat, war "Wie kann ich helfen?" und der vorliegende Dokumentarfilm beschreibt den Weg zu einem gigantischen Benefizkonzert, das von McCartney initiiert wurde und wenige Monate später stattfand. Es ist eine ausführliche Chronik der Ereignisse, der Planung und der Durchführung.

McCartney hat für den Film den legendären Regisseur "Albert Maysles" ausgewählt, der vor Jahrzehnten auch schon "Gimme Shelter" in Szene setzte. Wirkungsvoll ist sein 16mm-Streifen in schwarz-weiß gehalten, während alle Aufnahmen aus anderen Quellen farbig gezeigt werden. Der Ex-Beatle setzt ganz früh an und berichtet von seiner Affinität zu den Feuerwehrleuten, da auch sein Vater ein Nothelfer im zweiten Weltkrieg war. Das macht den Film zu einer Chronik von McCartneys Verhältnis zur Stadt New York. Auf der Ochsentour durch die Talkshows auch dadurch gekennzeichnet, dass immer wieder Filmausschnitte von den Beatles in Big Apple gezeigt werden.

Die ruhigen Teile des Films zeigen Bilder des veränderten Amerika. Von der Zeit nach den Anschlägen, in der McCartney die Stadt durchwandert. Aber auch immer wieder enthusiastische, verrückte Fans, die ihr Idol nahezu auf der Straße anspringen.

Zum Glück kommt die Musik nicht zu kurz. Man zeigt in Ausschnitten die Proben sowie das Konzert und lässt sich Zeit, die Titel nicht nur kurz anzuspielen sondern ihnen Raum zu geben. Viele Stars tauchen auf – Ozzy, Harrison Ford, Jim Carey, Michael J. Fox. Aber beim Konzert stehen auch die anwesenden Rettungskräfte und die Angehörigen der Opfer im Vordergrund. Es gibt Backstage-Aufnahmen und die Auftritte von David Bowie, Billy Joel, Jay-Z, den Rolling Stones und The Who. Elton John rührt das Publikum zu Tränen, wenn er "Your Song" anstimmt. Und McCartney selbst wird natürlich mit Begeisterungsstürmen empfangen.

Der Film ist die Dokumentation eines großen Ereignisses von Zusammenhalt und Stärke, von Zusammenbruch und Wiederaufbau. Es gibt viele berührende Momente und es war vielleicht eine kluge Entscheidung, ihn erst zehn Jahre nach dem Geschehen zu veröffentlichen. So wird er zur gelungenen Nachbetrachtung der Verknüpfung vieler Biographien. Eine Musik- und Geschichts-Dokumentation, wie man sie nicht oft zu sehen bekommt.

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