Paul Simon

Gershwin Prize For Popular Song

Veröffentlicht: 12.06.2009 / Shout Factory / Soulfood Music

Von: Andreas Weist

Paul Simon

Der "Gershwin Prize Of Popular Song", benannt nach dem Komponistenpaar Ira und George Gershwin, wurde im Mai 2007 zum ersten Mal vergeben – und es war kein geringerer als Paul Simon, der im Warner Theatre in Washington DC diesen von der Library Of Congress ausgelobten Preis entgegen nehmen durfte. Im Zuge der Verleihung fand ein mehr als außergewöhnliches Konzert statt, zu dem sich einige Koryphäen der Musikwelt eingefunden hatten, um Simons Songs zu zelebrieren.

Die Vita Paul Simons liest sich wie ein Streifzug durch die Musikgeschichte. Da war natürlich zunächst seine Zusammenarbeit mit Art Garfunkel. Das Folkrock-Duo gründete sich 1957 und sorgte 13 Jahre lang für songwriterische Meilensteine, die in der Regel aus Simons Feder stammten. Seine Solokarriere war ebenso erfolgreich. Man denke nur an "Still Crazy After All These Years" und sein weltmusikalisches Meisterstück "Graceland" Mitte der 80er Jahre. Der Einfluss auf Generationen von Musikern ist unverkennbar. Und so kommen sie gerne nach Washington, um mit einem ihrer Vorbilder einen unvergesslichen Abend zu feiern.

Da ist als erstes Lyle Lovett, der "50 Ways To Leave Your Lover" interpretiert. Alison Krauss, Shawn Colvin und Jerry Douglas performen "The Boxer" – zu Beginn sehr zaghaft, dann mit sich steigerndem Pathos. Und Bob Marleys Sohn Stephen singt stilsicher "Mother And Child Reunion". Aufgelockert wird das Konzert durch Videoeinspielungen des Graceland-Konzerts in Simbabwe (1987), dem Joe DiMaggio-Tribute-Konzert 1999 und einer Saturday Night Live-Performance aus dem Jahr 1970. Für "Homeless" finden sich Ladysmith Black Mambazo ein, James Taylor versucht sich an "Still Crazy After All These Years" und Grover and Elmo aus der Muppets-Show singen zur Freude aller Kinder "The 59th Street Bridge Song (Feelin‘ Groovy) ".

Wenn dann jedoch der Meister selbst auf der Bühne steht, wissen alle, welche Bedeutung dieser Abend wirklich hat. Paul Simon singt zunächst mit Ladysmith Black Mambazo "Diamonds On The Soles Of Her Shoes", und dann folgt Gänehaut pur: Simon & Garfunkel gemeinsam auf der Bühne – die ersten Töne von "Bridge Over Trobled Water" ertönen – Art Garfunkels charakteristische Tenorstimme setzt so sanft und ausdrucksstark ein, wie man es seit Jahrzehnten immer wieder hören möchte. Wundervoll! Die beiden alten Herren haben nichts verlernt.

Mit Stevie Wonder betritt zum Abschluss ein weiterer Altmeister die Bühne und es gibt im Duett "Me And Julio Down By The Schoolyard" und "Loves Me Like A Rock". Nach gut 110 Minuten beendet Pianist und Komponist Philip Glass mit "Sounds Of Silence" – leider nur instrumental – den Abend. Extras gibt es keine. Für Freunde von Simons Musik dürfte diese DVD nicht zuletzt aufgrund ihres historischen Werts eine Pflichtanschaffung sein.

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