Days Of Our Lives

Im Jahr 1971 kamen vier College-Studenten zusammen, um eine Rockband zu gründen. Zum 40jährigen Jubiläum von Queen im Jahr 2011 gab es eine BBC-Dokumentation, die sich der Entstehung, dem kometenhaften Aufstieg und dem vorläufigen Ende der Band widmete. Titel: "Days Of Our Lives". Das sind mal die Fakten. Wenn ich das richtig sehe, wurde die Doku ursprünglich bereits Anfang der 90er produziert, jetzt aber für das Jubiläum aktualisiert und erweitert. Der zweiteilige Film erscheint auf DVD und Blu-ray und lässt sich u.a. mit deutschen Untertiteln versehen.
Die Doku startet mit einem Blitzlicht auf das phänomenale Konzert im Wembley Stadion 1986, bevor die Reise in die Vergangenheit beginnt. In Interviews aus unterschiedlichen Epochen berichten die Bandmitglieder rückblickend von den Anfangstagen und werden bei Besuchen an den entsprechenden Orten begleitet. Beispielsweise gibt es Amateuraufnahmen der Vorgängerband Smile aus dem Jahr 1969 und es wird von Freddie Mercury erzählt, dem aus Sansibar und Indien stammenden Fan der ersten Stunde, der später zum Frontman der Neuformation wurde.
Die Uralt-Aufnahmen, z.B. vom ersten echten Auftritt in 1973, von diversen Fernsehauftritten, von Festivalkonzerten, geben schöne Einblicke. Leider wird meist in die Musik rein gesprochen. Da ist es schon eine gute Idee, dass wenigstens einige Aufnahmen in kompletter musikalischer Länge als "neue Videos" Einzug in den Bonusbereich halten.
Es ist vor allem eine musikalische Biographie mit kurzen Ausflügen ins Private. Die Alben werden historisch eingeordnet, Produzenten, Kritiker und Wegbegleiter kommen zu Wort. Wir dürfen an einem Treffen mit den Sex Pistols teilhaben, sehen alte Interviews mit Freddie und erleben den Durchbruch in den USA. Damit endet der erste Teil.
Der zweite schließt nahtlos an und startet mit "Flash Gordon" und spektakulären Aufnahmen von der Südamerika-Tour. Die MTV-Generation musste mit dem wegweisenden Video "I Want To Break Free" angelockt werden, über dessen Entstehung berichtet wird. Dann spielt das legendäre Live-Aid-Konzert eine große Rolle und schließlich nehmen natürlich die Aids-Erkrankung des Sängers und der Umgang damit breiten Raum ein.
Sowohl der musikalische Abschied "Innuendo" als auch das Vermächtnis "Made In Heaven" werden thematisiert. Freddie habe das nahende Ende gespürt und noch eingesungen, was das Zeug hielt. "Lasst mich singen, ich kann nicht warten". Die Doku endet mit der Trauerarbeit – dem Gedächtniskonzert, an dem unter anderem George Michael, David Bowie und Elton John mitwirkten. Damit ist die Historie umfassend aufgearbeitet. Allerdings bleibt die Zeit ab Mitte der 90er Jahre komplett ausgespart, als hätten Queen aufgehört zu existieren.
Der Bonus-Bereich umfasst neben besagten Videos drei zusätzliche Sequenzen, die im Fernsehen nicht verwendet wurden: Die Zeit "From Magic To Miracle" wird näher beleuchtet und die Alben "Innuendo" und "Made In Heaven" bekommen dort mehr Raum. Alles in allem eine starke Doku mit viel Informationsgehalt – wie wir es von der BBC gewohnt sind.