Nackt II (DVD / CD)

Wenn eine Rockband wie Subway To Sally, die normalerweise große Bombastshows und viel Brimborium auf der Bühne bietet, mit einem intimen Akustikprojekt auftritt, ist ihnen das hoch anzurechnen. Dabei gehört diese abgespeckte Version, welche die stimmlichen Fähigkeiten und das reichhaltige Instrumentarium in den Mittelpunkt stellt, natürlich zu der Mischung aus Folk und Mittelalterrock wie das Amen in die Kirche. Immerhin können Drehleier und Laute, Harfe, Geige und Cello sowie das reichhaltige Percussion-Repertoire so ihre Wirkung viel authentischer entfalten.
Im April und Mai 2010 gingen Subway To Sally bereits zum zweiten Mal auf Akustiktour. Die Tour lief analog zur ersten Konzertreihe unter dem Namen "Nackt II". Am 29. April wurde das Programm bei einem Konzert im Stuttgarter Theaterhaus aufgezeichnet und erscheint nun als CD- und DVD-Release, ergänzt durch Aufnahmen vom Leipziger Konzert.
Im Vorfeld dieser Tour konnten die Fans abstimmen, welche Songs sie live sehen wollten, dabei sollte aber kein Song der ersten Tour vorgeschlagen werden. Die Band komponierte ein paar Stücke um und spielte die bis dahin unveröffentlichten und neu komponierten Stücke "Spielmann" und "Bruder". Zudem ist die fulminante Coverversion von "Eisblumen" enthalten. Das Ergebnis ist – kurz gesagt – umwerfend. Die Band betrieb einen großen Aufwand bei der Umsetzung und den neuen Arrangements. Zudem suchte man sich an Cello und Percussion virtuose Verstärkung aus dem klassischen Bereich.
Auch optisch machen das große Musikeraufgebot und das phantasievolle Bühnenbild einiges her. Die DVD enthält ein 150minütiges Konzert, die CD 13 der 24 Songs in abgeänderter Reihenfolge. Beide Versionen stehen dabei für sich und fangen das Live-Feeling perfekt ein. Was die Aufmachung angeht, kann man sich für den günstigeren Digipack im CD-Format oder die großformatige DVD entscheiden. Beide enthalten sowohl CD- als auch DVD-Version. Mir liegt der Digipack vor und ich darf feststellen, dass das Booklet auch im Kleinformat sehr schön gestaltet ist und die Bandfotos als atmosphärisches Beiwerk gut ankommen. Es spricht also nichts dagegen, sich für die günstigere Version zu entscheiden.