(Alter Me)
Nur wenige werden den Namen Alter Me bis jetzt gehört haben, was auch nicht weiter verwunderlich ist, denn nur selten hat die fünfköpfige Band aus Dänemark die Landesgrenzen bis jetzt verlassen. Selbst der Weg nach Dänemark war nicht für alle Bandmitglieder selbstverständlich, denn Sänger und Kopf der Band, Hans Mortensen, verbrachte 15 Jahre seines Lebens auf der Insel Grönland. Diese Erfahrungen reflektieren sich auch in der Musik und den Texten. Selten war melancholischer Alternative Pop/Rock in dieser Form authentischer. Mit den Musikern Kasper Rassmussen (Gitarre, Orgel), Nicolai Westh (Gitarre, Orgel), Jesper Van (Bass) und Esben Brandt (Schlagzeug) fand Mortensen schließlich Musiker, mit denen aus Alter Me schnell eine richtige Band wurde. Am 30.01.2009 wird ihr Debütalbum "The Fall" nun auch in Deutschland erscheinen, die nächste Single "Love" bereits eine Woche vorher (hier gibt es das Video dazu). Kurz vor der Veröffentlichung hatten wir die Möglichkeit, Hans Mortensen einige Fragen über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Alter Me zu stellen.

Ich habe euch in Köln im Dezember des letzten Jahres als Support von Wolf Parade gesehen. Wart ihr zufrieden mit der Tour?
Hans Mortensen: Ja, sehr sogar. Es war unser erstes Konzert in Deutschland und alle waren wirklich sehr nett zu uns. Wir freuen uns darauf bald wiederzukommen!
Hans, du hast die Fans in Köln auf Deutsch begrüsst. Sprichst du unsere Sprache?
Mortensen: Nein, nicht wirklich. Ich habe den Satz von Adam, unserem Schlagzeuger, gelernt. Er ist derjenige in der Band, der Deutsch spricht.
Hat der Bandname Alter Me irgendeine spezielle Bedeutung? Vielleicht so etwas wie Veränderung?
Mortensen: Ja, er soll schon so etwas wie ein Statement sein. So etwas wie die sarkastische Art zu sagen: "Nein, ihr könnt uns nicht ändern!".
Jesper Binzer, Mitglied der dänischen Metalband D-A-D, hat vor kurzem in einem Interview gesagt: "Allein in solch einem kleinen Land wie Dänemark kannst du nicht überleben, sonst ist eine Tour nach vier Tagen vorbei". Würdest du dem zustimmen?
Mortensen: Hmm... ich weiss nicht, aber es ist sicherlich schwierig sein Leben in Dänemark nur mit Musik bestreiten zu wollen. Das liegt vor allem an der kleinen Bevölkerungszahl.
Du bist Sänger, Gitarrist, Pianist, Komponist und Songschreiber der Band. Welche Rolle bleibt da noch für die anderen vier Bandmitglieder?
Mortensen: Nun, ein Teil sind natürlich die Instrumente die sie spielen. Aber mit ihren grossartigen und unterschiedlichen Persönlichkeiten spielen sie eine genauso grosse Rolle wie ich.
Hast du niemals darüber nachgedacht eine Solokarriere zu starten?
Mortensen: Nein, bisher nicht. Ich glaube nicht, dass ich alleine glücklicher wäre als jetzt.
Du hast 15 Jahre auf Grönland gelebt. In deinen Texten verarbeitest du sehr oft Gefühle der Einsamkeit, Angst oder Flucht. Würdest du sagen, dass die Songs auch so eine Art Autobiographie sind?
Mortensen: Ja, ganz sicher. Die Songs auf "The Fall" sind alle wirklich sehr ich-bezogen. Ich habe sie geschrieben, nachdem ich die meiste Zeit meines Lebens auf Grönland gelebt hatte und wieder zurück nach Dänemark ging. Ich habe mich die ersten Jahre in Dänemark sehr alleine gefühlt, ohne irgendwelche Wurzeln. Songs zu schreiben hat mir geholfen, mit diesem Gefühl besser klarzukommen.
Stimmt es, dass zehn deiner Mitschüler während deiner Schulzeit in Qaqortoq Selbstmord begangen haben?
Mortensen: Nun, ich weiss von zehn Leuten oder vielleicht noch mehr. Zwei von ihnen waren enge Freunde. Leider kommt das in Grönland immer häufiger vor.
Ende Januar wird "The Fall" in Deutschland veröffentlicht. Ich konnte mir das Album bereits anhören und es gefällt mir wirklich ausgezeichnet. Welche Hoffnungen knüpft ihr an die Veröffentlichung?
Mortensen: Ich glaube, wir hoffen alle, dass wir damit eine Art Fanbasis in Deutschland bekommen, sodass wir wieder zu euch kommen und eine Menge Konzerte spielen können!
Die Songs erinnern mich ein wenig an Coldplay, R.E.M. und die Beatles. Welche Art von Musik hörst du privat?
Mortensen: Danke, dass du die Beatles erwähnt hast! Wir lieben sie! Aber wir bevorzugen eigentlich alle Arten von Rockmusik aus den 60ern.
Werdet ihr in diesem Jahr wieder nach Deutschland kommen?
Mortensen: Wir planen 2009 sehr oft in Deutschland zu sein. Wie du weisst, erscheint das Album ja Ende Januar. Also hoffen wir, viele fröhliche Deutsche herumhüpfen zu sehen, wenn wir zurückkommen, um Konzerte zu spielen!
Was sind eure Pläne für die nächste Zukunft?
Mortensen: Nach Deutschland zu gehen. (grinst)
Wir erwarten euch. Vielen Dank!
Mit freundlicher Unterstützung von Oliver Bergmann (www.oktoberpromotion.com).
Die englischsprachige Version dieses Interviews findet ihr hier!