(Big Boy)
Vor ihrem Konzert mit Mindless Self Indulgence im Hamburger Grünspan, bot sich uns die Möglichkeit ein Interview mit Big Boy zu führen. Die komplette Band tummelte sich auf Couches und Barhockern und beantwortete geduldig jede Frage bis ins Detail.
Das Release eures nach wie vor aktuellen Albums „Hail The Big Boy“ ist nun schon eine Weile her. Erinnert ihr euch trotzdem noch an die Aufnahmen – ist da etwas Außergewöhnliches passiert?
Big Boy: Das Ding war, es hat ewig gedauert und war sehr chaotisch. Wir hatten erstmal einen Song gemacht und dachten, dass uns jede Plattenfirma sofort nehmen würde doch das ist nicht passiert. Dann haben wir noch einen Song gemacht und es ist immer noch nichts passiert und nach dem dritten haben wir uns gesagt, ok es hilft nichts, wir müssen das aus eigener Kraft fertig stellen. Und deswegen hat es so lange gedauert und ist so wie es ist. Chaotisch und ein bißchen spätpubertär aber wir mögen es trotzdem immer noch.
Ihr habt bereits den ein oder anderen neuen Song auf myspace gepackt. Wann erwartet uns ein neues Album und vor allem: WAS erwartet uns?
Big Boy: Das neue Album ist fix und fertig, länger schon.
Aber?
Big Boy: Naja es hat sich ja jetzt für uns ein wenig die Möglichkeit mit Amerika aufgetan, mit der wir nicht gerechnet hätten. Und es stellt sich uns jetzt die Frage ob wir vielleicht die Möglichkeit bekommen da einen Deal zu bekommen. Das wäre natürlich auch für Europa und Deutschland das Beste, was uns passieren könnte. Jetzt wollen wir mal abwarten, ob wir da Fuß fassen können.
Was würdet ihr sagen, inwiefern ihr euch bei den neuen Stücken weiterentwickelt habt?
Big Boy: Im Vergleich zum ersten Album haben wir uns wirklich mal hingesetzt und alles mehr geplant, das heißt das ganze Album erstmal geschrieben und mehr Mühe gegeben. Wir haben wirklich 4 Monate lang daran gearbeitet und jeden tag von zehn bis sieben aufgenommen und jedes Instrument einzeln gemacht. Dadurch klingt es auch mehr wie ein Album, das aus einem Guss ist, das einen durchgängigen Sound hat und wir haben auf jeden Fall auch das Tempo angezogen. Es gibt nicht mehr so viele Mid-Tempos und der Sound ist ein bißchen roher und schmutziger und auch gleichmäßiger. Ob das eine Weiterentwicklung ist…? Wir sehen es jedenfalls als eine.
Ist das Konzept des Zirkus-Photoshoots ein Kindheitstrauma / -wunsch oder war das einfach die Idee des Fotografen?
A.K.: Trauma wäre das falsche Wort.
Big Boy: Ich war als kleiner Junge öfters mit meinen Eltern im Zirkus Krone und war immer verliebt in diese Mädchen die da mit Seidenstrumpfhosen und tangaartigen Bodys rumliefen. Zu Kindergarten- und Grundschulzeiten habe ich so etwas nunmal selten gesehen. Das hat mich immer wahnsinnig fasziniert und bei mir eingeprägt – vielleicht deswegen.
Also kam die Idee von euch?
Big Boy: Ja.
In einem Interview sagt ihr “Big Boy ist wie Anal Sex. Eigentlich kannt Du es nur betrunken genießen.” - aber wie gehst du wirklich mit negativer Kritik um? Wurmt es euch nicht doch ein wenig?
A.K.: Eigentlich wurmt es mich persönlich zuerst sehr aber dann legt sich das auch schnell. Negative Kritik kann durchaus auch förderlich sein. Wenn man sich Gedanken darüber macht und auch wirklich was dran sein sollte, kann das helfen.
Big Boy: Mich nervt es fürchertlich und ich verstehe auch nicht, warum überhaupt jemand sich rausnimmt hauptberuflich andere Leute zu kritisieren. Nur Musiker müssen sich das in diesem Maße gefallen lassen, sonst niemand. Es schreibt ja auch keiner einen Artikel darüber, wie du dieses Interview gemacht hast. Aber klar, wenn natürlich jemand was Gutes schreibt freuen wir uns auch darüber. Das ist natürlich inkonsequent. Aber wenn jemand einen so fertig macht ist das schon ärgerlich. Ich wünschte ich wäre so, dass mir das gar nichts ausmacht. Ich finde es ist generell heutzutage schwierig in der Branche etwas zu erreichen und sich als Band über Wasser zu halten und es ist einfach schade, wenn es dann Leute gibt, die wirklich alles daran setzen einen noch runter zu machen. Einige Leuten sollten das einfach etwas mehr respektieren und verstehen, dass das wahnsinnig viel Kraft und Energie kostet.
Gibt es denn Leute auf deren Meinung ihr besonders Wert legt? Leute die euch beeinflussen?
Big Boy: Wenn positive Kritik von einer anderen Band kommt, die uns mögen und die wir auch mögen. Zum Beispiel die von MSI haben uns echt nette Komplimente gemacht – da freut man sich dann schon sehr. Und unter den Leute die wirklich Ahnung davon haben und dasselbe tun habe ich wirklich noch niemanden getroffen, der einen so fertig machen will. Uns muss ja nicht jeder lieben und jeder kann seine Meinung äußern. Aber ich denke die Leute, die das gleiche tun wie wir und uns nicht mögen, die behalten das dann auch mal ganz gerne für sich.
Und andersrum, wenn ich irgendwas Negatives lese denke ich automatisch immer, das muss jetzt jemand ganz Kompetentes sein und manchmal findet man dann raus wer das ist und sieht was für Musik die eigentlich wirklich mögen. Und dann denkt man sich „Was für ein kleiner Trottel!“. Das kann ich halt nicht ab, wenn der auf die absolute Schrottmusik steht, aber dann denke ich eigentlich müsste ich mir wahrscheinlich mehr Gedanken machen, wenn der uns mögen würde.
Ihr habt sicherlich schon des öfteren vor unmotiviertem Publikum gespielt. Demotiviert das euch oder spornt es euch mehr an das Publikum aus der Reserve zu locken?
Big Boy: Es zieht einen natürlich schon eher ein wenig runter. Ich denke dass wir ganz konstant spielen – also selten spielerisch irgendwelche Fehler machen. Und ich glaube der Unterschied zwischen guten und schlechten Konzerten liegt echt nur an der Kommunikation mit dem Publikum. Auch die Bewegung auf der Bühne… das ist wie bei einem Gespräch. Mit manchen Leuten kannst du dich stundenlang unterhalten, mit anderen nicht.
A.K.: Das Publikum nimmt einem auch viel ab. Bei unmotiviertem Publikum muss man selber mehr arbeiten, wie bei einem Gespräch – wenn der gegenüber nichts sagt, muss man halt selbst das Gespräch in Gang bringen.
Big Boy: Und ich glaube es ist ein Ansporn. Man muss da wirklich mehr tun. Das Ding ist, man macht so seine Ansagen, wie du dich selbst so fühlst und wenn die Leute reagieren kannst du wirklich Witze machen und die lachen und es funktioniert alles. Wenn die aber nur doof gucken dann musst du echt hart arbeiten. Wie in Köln vor ein paar Tagen – da lief es wie von alleine und dann denkst du, ok dafür mache ich das. Aber gestern in Berlin… Berlin ist immer ein bißchen schwierig und anspruchsvoll, die kriegen viel geboten. Und wenn die dann so lustlos da stehen ist es so, dass wir viel mehr investiert haben als in die Kölnshow und trotzdem war die Kölnshow tausend mal besser.
A.K.: Es gibt einem halt auch selber was zurück. Wobei wenn sie jetzt total unmotiviert sind ist es nicht so, dass sie uns bis zum Ende runterziehen. Irgendwo gibt es da eine Grenze und wir spielen dann einfach für uns.
Big Boy: Ja das stimmt. Wenn es das Publikum halt überhaupt nicht interessiert, ziehst du dich zurück und spielst für dich selber. Es ist dann halt doof für die Leute denen es doch gefällt. Also wenn ich auf Konzerte gehe, egal ob jetzt die anderen um mich rum ausflippen oder nicht, ich würde auch nie rumschreien und nach vorne gehen. Und manchmal sind wir dann eben total enttäuscht und ziehen uns dann in unseren Kreis zurück. Es kommen auch Leute von weit her ans Konzert und das tut mir dann leid für die, weil die hätten es erst recht verdient. Und wenn es dann einer Hand voll Leuten gefällt, zeigen diese es trotzdem nicht.
Wie läuft die Tour mit MSI bislang? Wie war das erste Aufeinandertreffen?
Big Boy: Ich mag die richtig. Ich kann nicht sagen, dass ich jede Band mag, die da in unserem Genre kreucht und fleucht. Wir haben auch schon mit Bands gespielt, die ich nicht besonders mag. Aber das Album von MSI habe ich den ganzen Sommer lang rauf und runter gehört und finde die gesamte Geschichte der Band auch sehr inspirierend. Dass sie z.B. auch von allen Majors ignoriert wurden. Und ich weiß auch, dass es auf der letzten Tour in Hamburg kein einziges Interview für die gab. Da hat der Promoter echt alles versucht und kein Schwein hat sich dafür interessiert obwohl das Logo komplett ausverkauft war und sogar einige Leute noch vor der Tür nicht mehr reinkamen. Es dauerte zwar etwas länger für MSI, aber sie sind eine Band die einfach dran bleiben und ihr Ding machen. Ich finde die wahnsinnig cool. Ich war dann ein bißchen nervös, ob die nett sind. Oft ist es ja so wenn man eine Band mag ist man dann erst recht enttäuscht und grad Amis sind entweder total nett oder totale Arschlöcher und MSI sind total nett. Ich glaube die mögen uns auch, ich denke nicht, dass sie das nur so daher gesagt haben.
Ihr wart unlängst in Amerika. Was ist euch besonders aufgefallen?
Big Boy: In Amerika ist alles viel extremer. Also entweder extrem gut oder extrem schlecht. Und das zieht sich durch die komplette Gesellschaft durch. Es gibt extreme Armut und extremen Reichtum. L.A. ist einfach eine Stadt, die dir alles geben aber auch alles nehmen kann. Ganz viele Leute bleiben auf der Strecke und ganz viele Leute schaffen es ganz groß rauszukommen. Diese geballten Extreme nebeneinander. Auf der einen Seite ist es toll und auf der anderen schrecklich. Viele Leute sagen es sei eine sehr inhumane Stadt, doch wahrscheinlich ist es das humanste überhaupt – totaler Darwinismus.
Das Positive war, dass die Leute die es geschafft haben, gerne anderen Leuten helfen. Wenn du in Amerika den Traum hast es zu schaffen, bekommst du mit etwas Glück auch die Unterstützung. In Deutschland ist es so, dass man erstmal schräg angeschaut wird und dich für ein Arschloch hält und dich erstmal leiden sehen möchte. Und in Amerika sind die Leute tatsächlich bereit dir zu helfen und sind wahnsinnig großzügig mit allem was sie haben. Ich finde auch nicht, dass diese ganzen Vorurteile, die wir haben, dass die Amerikaner so oberflächlich sind stimmen so nicht.
A.K.: Was uns auch mitunter am Besten gefallen hat, und vor allem in L.A. war, dass es da überhaupt keinen Neid gibt, der Branchenneid, der bei uns ja leider ziemlich groß ist. Man schaffts oder man schaffts nicht, aber es gibt genug Platz für alle.
Big Boy: Das Amerikanische System ist halt immer noch: du kannst hierher kommen und du kannst es schaffen und der Staat hält sich raus. Das Geld zirkuliert viel schneller, es ist nicht so ein riesen Bürokratieding wie bei uns. Der einzige Moment wo der Staat wirklich eingreift ist wenn jemand Freiheit eines anderen Menschen gefährdet und kriminell wird. Dadurch, und auch da fast jeder eine Waffe hat, haben die auch eine ziemlich aggressive Polizei. Und du wanderst sofort in den Knast wegen Dingen wie Ruhestörung. 1% des amerikanischen Volkes ist mittlerweile im Gefängnis. Europa ist natürlich ein wenig gemütlicher, keiner fällt so richtig durch, alles ist in der Mitte aber nichts im Vergleich zu den Chancen in Amerika. Das hat man auch an den Konzerten gemerkt. Der erste Gig dort, war der Schlimmste, den wir je erlebt haben. Da sind die auch so, dass ist denen egal. Die haben da pro abend vier Bands, das sieben Tage die Woche und das ein ganzes Jahr lang.
A.K.: Es spielen wahrscheinlich im Großraum L.A. mehrere hundert Bands am Tag.
Big Boy: Den Clubbesitzer interessiert es nicht wer du bist. Die sagen „Get in!“ eine halbe Stunde vor Stagetime, es gibt keinerlei Parkmöglichkeiten, denen ist es egal wie du dein Equipment hinbringst. Du darfst nichts abstellen, es gibt keine Gästeliste, du darfst nicht mal ein Getränk mit hinein bringen. Wenn du als Sänger ein Wasser brauchst, musst du dir eines an der Bar kaufen. Du darfst keine Banner aufhängen und du darfst nichts auf der Bühne abstellen ohne die Leute vorab zu fragen oder du musst es sofort wieder abbauen. Und in so einem Laden haben wir gespielt und da ist es sogar noch normal, dass du vorab erstmal 250 Dollar zahlst um überhaupt spielen zu dürfen. Das war schon extrem und dann ist auch noch alles schief gegangen. Wir waren von Deutschland gewohnt, früh / rechtzeitig ankommen, alles checken und Leute vor Ort haben die uns helfen. Da war natürlich gar nichts, wir wurden direkt ins kalte Wasser geworfen. Dann sind wir erstmal am nächsten Tag losgezogen und haben tausend Stecker und Adapter besorgt. Und wir arbeiten mit Clicks und der hatte dort einen Wackelkontakt – das ist technisch eigentlich überhaupt nicht möglich. Es gab irgendein Problem mit dem Stromnetz dort und das war superpeinlich.
Wir hatten dann aber das große Glück, dass erfolgreiche und wichtige Leute uns einfach mochten. Das war einfach nur Glück. Auch wenn die Reichen erfolgreich sind, haben diese trotzdem Gefühle und Motivation wie jeder andere auch. Die wollen auch jemanden beeindrucken oder großzügig sein und haben dazu einfach andere Möglichkeiten.
Und dann ging es ganz schnell. Wir waren dann einen Monat da und haben am Ende echt in guten Clubs wie den Viperroom und Keyclub gespielt. Und das dann wieder so extrem, alles so perfekt. Keyclub ist halt so ein Club der wirklich als Club gebaut wurde, nicht aus irgendeiner alten Lagerhalle entstand oder so. Marilyn Manson hatte kurz zuvor dort gespielt, am Monitorpult standen zwei Leute und die gesamte Kommunikation lief über Intercom, der Engineer hängt in der Luft auf einer Galerie zwischen den Boxen. Und da gehst du rein und alles wird dir abgenommen und es klingt perfekt. Eben das typische Ding in Amerika: entweder supertoll oder superscheiße.
Was erwartet uns bei der “Mama Trash Allstar Band”? Was macht ihr da? Was könnt ihr uns verraten?
Big Boy (grinst): Also ganz ehrlich, ich weiß noch gar nichts.
Gelächter
Big Boy: Wir werden da irgendwie Coversongs spielen. Und ich schlug vor, dass jeder dieser teilnehmenden Bands etwas vorschlägt per Email. Ich meinte zum Beispiel ob wir irgendwas von Turbonegro spielen sollen, dann meinte ein anderer oder etwas von 69 Eyes, der nächste meinte Backyard Babies und dann meinte ich wieder oder vielleicht doch was von Turbonegro?
Das ist dann also aus Leuten aus verschiedenen Bands zusammengewürfelt?
Big Boy: Genau.
Wie probt ihr dann?
Big Boy: Gar nicht.
Gelächter
Wie schafft man es eigentlich sich das Becken zu brechen?
Happy: Das war gar nicht wahr. Das hat er (deutet auf Big Boy) irgendwie falsch ausgedrückt. Das war ein Leistenbruch. Irgendwie durch schwer heben oder so. Das schleppte ich nun fast ein dreiviertel Jahr mit mir rum. Ich hatte einmal die OP verschoben und musste dann endlich mal den neuen Termin wahrnehmen. Doch es ist schon… Lustig.
Gelächter
A.K.: Man merkt es aber immer noch. Die ganze Zeit springt er rum und wenn man dann mal sagt, Happy kannst du mal da hingehen und tragen helfen, dann kommt der Leistenbruch wieder durch.
Happy: Ich darf jetzt nicht schwer heben und deswegen tragen mir die anderen alles nach.
Da dauern die Leiden gern noch ein wenig länger…
Happy (grinsend): Ja es tut schon noch weh.
Hat sich bei euch schon als ihr klein wart heraus kristallisiert, dass ihr später mit Musik zu tun haben werdet oder gab es irgendein einschneidendes Erlebnis?
A.K.: Bei mir war es Zufall. Mein Papa hat an meinem 13. Geburtstag zu mir gesagt, du kannst es dir aussuchen. Ich schenke idr entweder ein Musikinstrument oder einen Computer. Und ich habe mich für das Instrument entschieden.
Das ist ja auch ungewöhnlich.
A.K.: Ja.
Big Boy: Also ich sehe mich selbst nicht sosehr als Musiker, da ich auch kein Instrument spiele und kein wirklich guter Sänger bin. Unser Engineer in Holland hat gesagt, der einzige Künstler in unserer Band sei Gabor. Also musst du eigentlich ihn am Besten fragen.
Alle Blicke auf Gabor…
Gabor: Naja ich bin ja ein Ostkind und als ich sechs Jahre alt war fiel die Mauer. Das erste, was meine Family gemacht hat, war nach Bayern fahren und da hatte ich dann gesagt „Ich will das spielen.“ Wir waren da vor einem Musikhaus und da hing so ne E-Gitarre – keine Holzgitarre, sondern eine E-Gitarre! Und so kam das bei mir.
Big Boy: Als er sechs war hat er dann schon Lieder komponiert und gesungen.
Gelächter
A.K.: Ich hab mal Xylophon in der Ortskapelle gespielt.
Happy: Ja das ist schon ein sehr hochwertiges Instrument in der Ortskapelle.
A.K.: Ja. Man musste sich immer früh melden, damit man das Xylophon bekam sonst musste man die Triangel spielen.
Wird noch oft nach Kafka gefragt von Seiten der Fans und wenn ja, nervt das?
Big Boy: Nein das nervt nicht, das ist vollkommen ok.
A.K.: Wir freuen uns immer wenn wir irgendwo eine Flasche Rotkäppchensekt sehen.
Wofür würdet ihr eure Seele verkaufen?
Happy: Für zwei neue Seelen.
A.K.: Für gar nichts, denn ohne Seele bist du ja nichts.
Garbor: Das kommt darauf an, wenn du sie abgeben musst.
Big Boy: Ich glaube meine will keiner.
Gabor: Ich bin da gar nicht so teuer. Bis jetzt gabs leider noch keine Angebote.
Big Boy: Wir haben ihn das erste Mal in seinem Leben in die Kirche gezogen an Heilig Abend.
A.K.: Er saß dann an Weihnachten in L.A. in der Mitternachtsmesse in der katholischen Kirche.
Big Boy: Da gab es auch einen Mexikanertempel, die glauben an so eine Heilige, die heißt Santa Muerte. Die haben da alles voller Weihrauch und wir meinten wenn du nicht mit in die katholische Kirche kommst, gehst du da hin.
Garbor: Ja das war einfach ultraschrecklich, dieser Weihrauch. Du konntest da nicht mal auf der Straße von Nahem vorbei gehen.
Was tut ihr wenn ihr auf Tour mal eure Ruhe braucht?
A.K.: Das passiert eigentlich echt selten. Wir haben uns in L.A. selbst gewundert, dass wir die Schnauze nicht voll hatten.
Big Boy: Ja, sonst streiten wir eigentlich schon mal.
A.K.: Ja wir zanken ganz gerne mal.
Big Boy: Wir zicken uns an.
A.K.: Aber nee ansonsten kommt das gar nicht so vor wenn ich ehrlich bin. Das wundert uns selber.
Was war das coolste oder lustigste, das ein Fan mal für euch getan hat?
Garbor lacht…
Big Boy: Was denn?
A.K.: Da bin ich aber gespannt…
Garbor: Na, die Sache in dieser Künstlerwohnung…
Big Boy: Das war sehr ungewöhnlich. Wir haben in Köln beim Underground in so einer Künstlerwohnung übernachtet. Mein Bruder war dabei, unser Produzent auch und der kommt sonst auch Tour nur ganz selten mit. Wir sind ja schon ein bißchen hart gesottener. Dann wurde er plötzlich wach und meinte so „Hier schüttet jemand Benzin aus und will uns anzünden!“ und kriegt voll Panik. Dann saß zwischen den Betten so ein übrig gebliebenes Fan-Girlie mit runtergelassener Hose und macht da hin… eine Pfütze, die immer größer wird. 2 Zimmer weiter war die Toilette.
A.K.: Und das war mitten in der Nacht. Und wir machen die Augen auf, der Clemens flippt total aus. Dann schaut er sich das an, kommt zurück, sitzt aufs Bett und zündet sich eine Zigarette an.
Big Boy: Wir dachten ja, dass ihr unser Konzert nicht gefallen hat oder so. Aber kurz darauf hat sie dann geschrieben „Ich komme zu eurem nächsten Konzert, ich hab noch keinen Platz zum schlafen.“ Und wir nur „Äh, wir fahren danach gleich nach Hause!“
Soll ich das alles schreiben?
Big Boy: Ja klar.
A.K.: Wenn sie das schon macht…
Happy: Vielleicht erkennt sie ja jemand wieder.
Sämtliche Hinweise auf das Pipi-Attentat sind willkommen. Ein großes Dankeschön an Big Boy für das äußerst sympathische und aufgeschlossene Interview. Ein ebenso großes Danke an Melle und FKP Scorpio, die uns dieses Interview ermöglicht haben!